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Als ein «Rätsel des Entfliehens» hat Tatjana Gsovsky einmal den Ballettschuh bezeichnet und über die «kleinstmögliche Berührung mit der Erde», die «flüchtigste Spur» die Leichtigkeit ihres Seins wiederentdeckt. Angela Reinhardt, viele Jahre über Protagonistin der Komischen Oper Berlin, sieht das als Praktikerin vergleichsweise prosaisch. Obwohl von der «schwebenden Vollendung auf der Spitze» fasziniert, weiß sie, wo bisweilen der Schuh drückt, und bringt in das Buch die bisweilen schmerzhafte Erfahrung ihres Berufslebens ein.

«Tipps & Tricks für Kauf, Tuning und Pflege» heißt es im Untertitel, und auf mehr als hundert Seiten begeistert die Ballerina mit ihrem Wissen über den «seidenen Kothurn»: leicht fassbar, anschaulich beschrieben und so bebildert, dass auch die angehende Tänzerin am Ende den «passenden Spitzenschuh» findet.
Angela Reinhardt: Der passende Spitzenschuh. 112 S., zahlr. Abb., Henschel Berlin, ISBN 3-89487-525-9

Es gibt den Tanz nicht im Singular. Es gibt nur Tänze, schreibt Gabriele Brandstetter in tanz.de, dem von Johannes Odenthal herausgegebenen «Arbeitsbuch» zum zeitgenössischen Tanz in Deutschland. Tanz erfindet sich in ständiger Selbstvergewisserung immer neu, ...

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Tanz November 2005
Rubrik: Magazin, Seite 17
von Hartmut Regitz, Arndt Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Hommage à Tatjana

Eine «Fanatikerin des Anspruchs» hat Klaus Geitel sie einmal genannt. Andere bezeichnen Tatjana Gsovsky als «Neuberin des neuen Tanz», als «Zarin des deutschen Balletts», die das Tanzgeschehen im Nachkriegsdeutschland und darüber hinaus so nachhaltig beeinflusst hat. Wen hat Tatjana Gsovsky nicht alles zur Mitarbeit angestiftet! Wie visionär waren ihre...

Ein Brief aus Zagreb

Ganz Zagreb ist ein Wohnzimmer

Kein unbedachter Winkel, der nicht möbliert ist mit Schirmen und Sesseln, Theken und Tischen. Jede Straße rund um den Hauptplatz Jelacic ist besiedelt von Cafés voll gewaltigem Geplauder. Jeder kennt jeden. Ein Steinwurf entfernt, in der Ilica 10, entsteht gerade das erste kroatische Tanzhaus, das die Architektengruppe 3LHD im Kino...

Unlohn der Angst

Die Westschweizer Tanzszene ist ohne Philippe Saire nicht vorstellbar. 1995 bezog seine Kompanie das Théâtre Sévelin 36 in Lausanne: Es wurde zum Tanzzentrum der Romandie schlechthin. Hier veranstaltet er Festivals und bringt fast jedes Jahr eine eigene Kreation heraus. Sein neues Stück «Sang d’encre», Blut aus Tinte, aber wurde in Basel uraufgeführt als...