Natacha Kelepovska hört auf

Natacha Kelepovska, Zürcher Ballettlegende, nimmt Abschied

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Ihr Training für professionell Tanzende und fortgeschrittene Amateure, ihre open class an der Ballettschule für das Opernhaus in Zürich war seit Jahrzehnten Legende. Wenn man sie noch in ihren letzten Lektionen vor ihrer Klasse stehen und einen geforderten Formablauf vorzeigen sah, dann war auch klar, warum. Natürlich tanzte sie in diesem Vorzeigen nicht mehr so ausgreifend in den Raum, wie sie das als Solistin auf vielen Bühnen Amerikas und Europas tat. Sie deutete nur noch an, leise, wie aus der Erinnerung. Aber diese Andeutung war in jedem Moment erfüllter, echter Tanz.

Wie die Skizze zu einem berühmten Ölgemälde betonten diese klaren Bewegungslinien das Wesentliche der Form und machten eindringlich sichtbar, worauf es ankommt.
Ohne jede theoretische Erklärung, nur aus ihrer fließenden Bewegung heraus. Sie wurde zur Essenz, was fundierte russische Ballettklassik sein kann. Natacha Kelepovska verkörperte die Tradition aus der Zarenzeit, auch wenn sie nach der Revolution, 1920, geboren wurde. Und den zaristischen Ballettstil erst im Westen kennen lernte, von russischen Emigranten in Paris. Nach der Flucht der mit russischem Hochadel verwandten Familie nahm Kelepovska dort ...

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Tanz November 2005
Rubrik: Service, Seite 68
von Richard Merz

Vergriffen
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