Hommage à Tatjana

Tanz - Logo

Eine «Fanatikerin des Anspruchs» hat Klaus Geitel sie einmal genannt. Andere bezeichnen Tatjana Gsovsky als «Neuberin des neuen Tanz», als «Zarin des deutschen Balletts», die das Tanzgeschehen im Nachkriegsdeutschland und darüber hinaus so nachhaltig beeinflusst hat. Wen hat Tatjana Gsovsky nicht alles zur Mitarbeit angestiftet! Wie visionär waren ihre Vorstellungen von einem Berliner Ballett, das zwar die halbe Welt bereiste, aber zu Haus nicht dauerhaft Fuß fassen konnte.

Wo immer man das Buch der Akademie der Künste aufschlägt, finden sich Hinweise auf eine historische Leistung, die seinerzeit nicht immer erkannt, geschweige denn gewürdigt wurde. Auf über 300 Seiten trug Max W. Busch zusammen, was über und vor allem was von Tatjana Gsovsky gesagt wurde. So entsteht im Nachhinein aus Notizen und Interviews eine geradezu «authentische» Autobiografie. Darüber hinaus fanden sich im Nachlass nicht nur Überlegungen über «Bühne und Saal», «Die Arbeit des Choreographen», «Der Wille zur Form» oder «Der zeitgenössische Tanz», sondern auch ein Manuskript mit dem einfachen Titel «An einen jungen Lehrer», das man jedem angehenden Pädagogen ans Herz legen möchte. Unwiederbringlich verloren ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2005
Rubrik: Magazin, Seite 16
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Showcase Beat Le Mot

Menschen, die unser Theater neu entdecken, nennen uns Beat Le Mot, ganz einfach aus Höflichkeit, weil man neue Bekannte mit dem Nachnamen anredet. Wir nennen uns Showcase, und Showcase sagt, so kann es nicht weitergehen.
Alle wissen immer was als nächstes passiert. Die Autoren schreiben, worum es geht. Die Beleuchter erklären, wo es geht, die Tontechniker erklären,...

Unlohn der Angst

Die Westschweizer Tanzszene ist ohne Philippe Saire nicht vorstellbar. 1995 bezog seine Kompanie das Théâtre Sévelin 36 in Lausanne: Es wurde zum Tanzzentrum der Romandie schlechthin. Hier veranstaltet er Festivals und bringt fast jedes Jahr eine eigene Kreation heraus. Sein neues Stück «Sang d’encre», Blut aus Tinte, aber wurde in Basel uraufgeführt als...

Dolls Live

Wir alle haben die Identität von Puppen    

Geknutscht und umschlungen, umsorgt und behütet. Was stellten Mädchen nicht alles mit Ken und Barbie an. Jetzt träumen sie davon, dass ihnen auch selbst widerfährt, was sie einst ihren Puppen antaten. Erst mit Matchboxautos, dann mit PlayStation2 und bald auf der freien Wildbahn rasen die Jungs dem Leben davon, ballern...