Hommage à Tatjana
Eine «Fanatikerin des Anspruchs» hat Klaus Geitel sie einmal genannt. Andere bezeichnen Tatjana Gsovsky als «Neuberin des neuen Tanz», als «Zarin des deutschen Balletts», die das Tanzgeschehen im Nachkriegsdeutschland und darüber hinaus so nachhaltig beeinflusst hat. Wen hat Tatjana Gsovsky nicht alles zur Mitarbeit angestiftet! Wie visionär waren ihre Vorstellungen von einem Berliner Ballett, das zwar die halbe Welt bereiste, aber zu Haus nicht dauerhaft Fuß fassen konnte.
Wo immer man das Buch der Akademie der Künste aufschlägt, finden sich Hinweise auf eine historische Leistung, die seinerzeit nicht immer erkannt, geschweige denn gewürdigt wurde. Auf über 300 Seiten trug Max W. Busch zusammen, was über und vor allem was von Tatjana Gsovsky gesagt wurde. So entsteht im Nachhinein aus Notizen und Interviews eine geradezu «authentische» Autobiografie. Darüber hinaus fanden sich im Nachlass nicht nur Überlegungen über «Bühne und Saal», «Die Arbeit des Choreographen», «Der Wille zur Form» oder «Der zeitgenössische Tanz», sondern auch ein Manuskript mit dem einfachen Titel «An einen jungen Lehrer», das man jedem angehenden Pädagogen ans Herz legen möchte. Unwiederbringlich verloren ...
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Dass sie in Biarritz gern Neues erfinden, mag an den jodhaltigen Winden des Atlantiks liegen, am Tor zu Spanien und an den vielen skurrilen baskischen Sportarten direkt vor der Tür. Der mondäne Badeort nennt sein Herbstfestival «Le Temps d'aimer la danse». Vor ein paar Jahren erfand man hierzu la gigabarre, eine Ballettstange auf einhundert Metern Strandpromenade...
Trance und Ekstase sind für uns Kontrollverluste. Für Burkhard Gladigow in seinem soeben erschienenen Buch «Religionswissenschaft als Kulturwissenschaft» (Kohlhammer) ist Trance eine Besessenheit von außen. Ekstase dagegen ein Heraustreten nach außen. In Trance gerät man etwa durch einen Dämon.
Dieser Wahn mag noch an eine überwundene Form archaischer Religiosität...
Es sind deren vier, und wohl deshalb hat sich Ballettchef Frank Andersen als Initiator des NOKO-Koop-Projekts für die dänische Variante einen besonderen Rahmen einfallen lassen: keine x-beliebige Tour d’Horizon, bestückt mit den verschiedensten Arbeiten nordischer Choreografen, sondern ein Abend, der geradezu programmatisch ihre Gegensätzlichkeit wieder relativiert...
