Nachrichten 1/24
Newcomerin
STAV STRUZ BOUTROUS
Die Frau scheint über einem gemusterten Teppich zu schweben. Sie hält sich die Hände vors Gesicht, ihr hellgrünes Kostüm ist aufwendig mit Perlen bestickt, und ihre langen Zöpfe fallen in ein aufgeschlagenes Buch, das wie das Requisit eines Rituals anmutet.
Die Szene stammt aus dem Solo «Sepia» (2021) der israelischen Tänzerin und Choreografin Stav Struz Boutrous, die sich im Januar am Sadler’s Wells im Rahmen des erstmals vergebenen «Rose International Dance Prize» um den «Bloom Prize» in der Kategorie «Emerging Choreographers» bewerben wird.
Die Performance taucht in Boutrous’ georgisches Kulturerbe ein und ist Teil einer neuen Tanzsprache, an deren Entwicklung die Choreografin arbeitet. Sie basiert auf einem «Bewegungsgespräch», einem Dialog zwischen dem konventionellen weiblichen Tanzidiom Georgiens und einer weiblichen Anverwandlung des traditionell männlich dominierten georgischen Volkstanzes Khorumi. «Sepia» steht im Kontrast zur aufrechten, schrittbasierten Tanztradition des Landes, indem Boutrous über weite Strecken bodennah agiert. Musikalisch wird die Kreation von einem Mix aus russischen und armenischen Volksliedern grundiert, während das ...
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Tanz Januar 2025
Rubrik: Side step, Seite 22
von
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