Nachlese Tanzkongress 2019
Alles sollte anders werden bei Meg Stuarts Tanzkongress im Juni 2019: die Teilnehmenden, der Tanz, die Gesellschaft. «To be changed» war eines der zentralen Schlagworte, die Bildung einer «intentional community» ein anderes. Auf dem Gelände des Festspielhauses Hellerau – einst Schauplatz für Lebensreformbewegung und Anfänge des modernen Tanzes – standen weder Vorträge noch Aufführungen auf dem Programm.
Stattdessen wurden die Kongressteilnehmenden Teil einer fünftägigen kollektiven Erfahrung, die in vielgestaltigen Abhängigkeitsverhältnissen (etwa: bei gemeinsamer Zubereitung und Einnahme des Essens) ideologische Grundierungen an der Schnittstelle von sozialer Choreografie und Utopie offenlegte. Nicht Tanz und Tanzen, sondern die körperliche Erfahrung auf verschiedenen Ebenen der Sinnesweinwirkung zu nutzen, stand im Mittelpunkt, um – so schien es – Meg Stuarts Idee des Heilens einer Gesellschaft durch Tanz zu implementieren.
Tanz als Weg zur Realisierung sozialer Utopien, das ist ein hehres Ziel. Doch ob es das richtige Ziel für den aus öffentlichen Geldern finanzierten Tanzkongress ist, bleibt fraglich. Denn hier wurden klare Regeln und soziale Strukturen gesetzt, die nie mit ...
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Tanz Oktober 2019
Rubrik: Praxis, Seite 72
von Miriam Althammer und Anja K. Arend
Berlin: Eifman Ballet
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Über 20 Jahre lang war sie die große Identifikationsfigur beim Niederländischen Nationalballet – das, was Darcey Bussell für England oder Roberto Bolle für Italien bedeuten. Igone de Jongh, Erste Solistin bei Het Nationale Ballet in Amsterdam und eben im September 40 Jahre alt geworden, verlässt im Herbst mit mehreren Abschiedsvorstellungen die Kompanie, bei der...
