Maria Bayarri Pérez, Keelan Whitmore; Foto: Oliver Berg
Münster: Bach, Immortalis
Johann Sebastian Bach schrieb Musik ganz von dieser Welt und doch mit Verbindung zu Höherem – beliebt und geliebt bis heute. Unsterblich nennt ihn das Tanzstück von Hans Henning Paar am Stadttheater Münster: «Bach, immortalis». Umso sterblicher wirken natürlich die zwölf Tänzer – und leider auch die Choreografie.
Das Sinfonieorchester Münster unter der Leitung von Thorsten Schmid-Kapfenburg musiziert Tanz-Sätze aus zwei Brandenburgischen Konzerten und der Orchestersuite h-moll.
Dazu gibt es solistische Stücke, eine rasante Fantasie und ein Präludium auf dem Klavier, zwei Sätze aus Partiten für Violine, in der Mitte eine dramatische Orchesterkomposition von Schmid-Kapfenburg persönlich. Schließlich singt die Mezzosopranistin Barbara Bräckelmann das «Erbarme Dich» aus Bachs «Matthäuspassion», eine dieser unsterblichen Arien mit Seufzermotiven, und man denkt – jetzt ist der Abend aus, ein Gebet zum Ende, wie schön, wie weise. Aber es geht weiter. Das ist das Problem. Paar will vielleicht genau darauf hinaus, auf das Endlose und unsere Fähigkeit, nach jedem Sturz wieder aufzustehen. Aber das wird auf die Dauer beliebig.
Das Hinfallen und Zusammensacken ist beim ersten Solo noch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Alle zwei Jahre veranstaltet die Europäische Rundfunkunion den TV-Concours «Eurovision Young Dancers», der sich nicht allein seiner Öffentlichkeit wegen großer Beliebtheit erfreut, sondern weil bei diesem Wettbewerb gleichrangig alles möglich ist: klassisches Ballett, zeitgenössischer Tanz oder Hip-Hop, und das einzeln wie im Ensemble. Im vergangenen Jahr hat er im...
Heiß geschmiedet, eisig abgekühlt. So wirken ihre Stücke. Metallisch streng, doch mit Molekül-Lücken
versetzt, mit falschen Verbindungen, die dampfen, seufzen, glitzern. In die Linie passt auch das Werk, das die israelische Choreografin Sharon Eyal mit ihrem Arbeitspartner Gai Behar für das 17-köpfige Ensemble tanzmainz am Staatstheater Mainz geschaffen hat. «Soul...
Soeben wurden die Gewinner der «Choreographic Captures» bekannt gegeben, eines Münchner Wettbewerbs, der mit kurzen Clips im Werbeblock der Kinos für den Tanz begeistern will. Laut Jury zeigt der beste Film zwei Strandläufer, den gleichnamigen Vogel und einen Jogger, aufgenommen mit einer verrissenen Amateurkamera. Das Publikum dürfte sich ob eines derart...
