München: Marco Goecke «La Strada»

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Den «grauenhaften Abgrund, der zwischen zwei menschlichen Wesen aufbrechen kann», wollte Federico Fellini in seinem Film «La Strada» zeigen, und den ahnt man von Anfang im gleichnamigen Ballett. Wie aus einer Meereswoge taucht da Rosa auf, von der in der Vorlage allenfalls die Rede ist. Längst hat sie erlitten, was auch ihrer Schwester widerfahren wird: ein liebloses Schicksal, gleichsam von Zampanò zu Tode geprügelt. Ihr Aufschrei könnte als Warnung verstanden werden. Doch Gelsomina, ein «etwas verrücktes Mädchen» (wie es im Drehbuch heißt) scheint ihn nicht hören zu können.

Von der Mutter verkauft, bleibt ihr keine andere Wahl; sie ist Zampanò ausgeliefert, assistiert dem Muskelmann sklavisch bei seiner Zirkusshow, lebt mit ihm auf der Straße.

Eine bekannte Geschichte, von Fellini 1954 auf unnachahmliche Weise erzählt. Marco Goecke versucht erst gar nicht, es ihm gleichzutun; ein Handlungsballett im herkömmlichen Sinn wird von ihm niemand erwarten. Wie immer hat sein Lichtdesigner Udo Haberland die Bühne umschattet. Von einer Meereswoge mal abgesehen, die sich später zum Kornfeld wandelt, gibt es kein Dekor, das vom Beweggrund ablenken könnte. Und den erforscht der meisterhafte ...

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Tanz Oktober 2018
Rubrik: Kritik 10/18, Seite 42
von Hartmut Regitz

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