Jerome Robbins

Ein Choreograf zwischen Himmel und Hölle, ein Leben zwischen Broadway und Ballett – eine Würdigung zum 100. Geburtstag

Wer hat die «West Side Story» erfunden? Leonard Bernstein, würden zehn von zehn Befragten antworten. Eben nicht: Jerome Robbins war‘s. Wer? stutzen jetzt zehn von zehn Befragten, selbst unter den Kulturinteressierten. Nur ein paar Wochen nach dem weltweit gefeierten Komponisten und Dirigenten Bernstein hätte der Choreograf und Regisseur Jerome Robbins seinen 100. Geburtstag begangen: -am--- -11. Oktober. Für sein Metier, den Tanz, war er vermutlich wesentlich wichtiger als der eher eklektizistische Komponist Bernstein für die klassische Musik.

Natürlich feiert seine ehemalige Kompanie, das New York City Ballet, natürlich feiert ausgiebig die Jerome Robbins Foundation, bei der die Rechte an den Balletten des 1998 Verstorbenen liegen und die seine reichlich anfallenden Tantiemen alljährlich an Tanzkompanien, Theater und Kunstzentren verteilt. Dafür, dass Robbins einer der besten, bis heute kaum übertroffenen Musicalchoreografen und außerdem der erste klassische Ballettchoreograf amerikanischer Herkunft ist, kennen und schätzen wir ihn in Europa viel zu wenig. 

Genau wie «Lenny» war «Jerry» das Kind jüdischer Auswanderer aus Osteuropa, genau wie Bernstein ein multitalentierter ...

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Tanz Oktober 2018
Rubrik: Menschen, Seite 23
von Angela Reinhardt

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Das Robbins 100 Festival

Mit zwanzig Wiederaufnahmen und zwei Uraufführungen feierte das New York City Ballet drei Wochen lang Jerome Robbins. Der 1998 verstorbene, neben George Balanchine prägende Choreograf der Kompanie wäre am 11. Oktober hundert Jahre alt geworden.  Sechs verschiedene Abende bündelten im Lincoln Center Robbins‘ Arbeiten für Ballett und Broadway, also die beiden Welten,...