Motion + Emotion = Transfiguration
«Das Leben ist eine Frau, die tanzt», schreibt Paul Valéry in «L’âme et la danse». Eine schöne Liebeserklärung an den élan vital. Ja, Motion und Emotion stecken uns als erste Sprache im Leib. Eros, alles ist body turn. Zuerst tauschen wir uns nur über Motorik und Affekte mit der Welt aus. Inwendig und auswendig tanzen die Gesten und Gefühle. Seit ich denken kann, faszinieren mich die Loops des Begehrens im Tanz. Mögen Carmen, Elektra, Olympia und Madonna Kunstgeschöpfe von Männerfantasien sein. Ihre anthropomorphen Dynamogramme verkörpern uns doch die vita activa.
Bewegliches erkennt in Beweglichem sich wieder. An uns selbst sehen wir uns nur zerstückt. Aber im mobilen Spiegelstadium des Tanzes scheint die Idee vom ganzen Menschen sinnlich auf. Kinder auf dem Trottoir oder die Paare auf dem Parkett tanzen die Illusion unverwalteten Begehrens.
Anfangs ist die spielerische Bewegung noch unzensiert, durchdringen sich Leib und Lust. Nehmen die Schulungen zu, tanzen wir lieber aus der Reihe statt nach jemandens Pfeife. Gleichschritt Marsch? Wer tanzt, geht fremd, hat die Kraft zu Glück und Verzweiflung. Stets war die Raserei, die mania, daher verdächtig. Schon Plato disziplinierte die ...
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