Motion + Emotion = Transfiguration
«Das Leben ist eine Frau, die tanzt», schreibt Paul Valéry in «L’âme et la danse». Eine schöne Liebeserklärung an den élan vital. Ja, Motion und Emotion stecken uns als erste Sprache im Leib. Eros, alles ist body turn. Zuerst tauschen wir uns nur über Motorik und Affekte mit der Welt aus. Inwendig und auswendig tanzen die Gesten und Gefühle. Seit ich denken kann, faszinieren mich die Loops des Begehrens im Tanz. Mögen Carmen, Elektra, Olympia und Madonna Kunstgeschöpfe von Männerfantasien sein. Ihre anthropomorphen Dynamogramme verkörpern uns doch die vita activa.
Bewegliches erkennt in Beweglichem sich wieder. An uns selbst sehen wir uns nur zerstückt. Aber im mobilen Spiegelstadium des Tanzes scheint die Idee vom ganzen Menschen sinnlich auf. Kinder auf dem Trottoir oder die Paare auf dem Parkett tanzen die Illusion unverwalteten Begehrens.
Anfangs ist die spielerische Bewegung noch unzensiert, durchdringen sich Leib und Lust. Nehmen die Schulungen zu, tanzen wir lieber aus der Reihe statt nach jemandens Pfeife. Gleichschritt Marsch? Wer tanzt, geht fremd, hat die Kraft zu Glück und Verzweiflung. Stets war die Raserei, die mania, daher verdächtig. Schon Plato disziplinierte die ...
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«Ich möchte das Stück unbedingt vor UN-Soldaten aufführen», sagt Emil Hrvatin, slowenischer Co-Autor von «We Are All Marlene Dietrich FOR». Sie geben ein Handbuch heraus, das den Verhaltenskodex für Blauhelme und die Geschichte des Entertainments für Soldaten enthält. «Performance For Soldiers In Peace Keeping Missions» ist so der Untertitel. «Ich liebe...
Natürlich. Hinter jeder Sprache der Bewegung steckt ein kultureller Code. Diesmal entschlüsselt von den Sportwissenschaftlern Monika Fikus und Volker Schürmann. Trotzdem ist die Klammer des Buchs viel besser: der fulminante ethnologische Beitrag über das Verhältnis von Religion und Tanz von Bernhard Streck und die spannend geschriebene Analyse des antiken...
Ohad Naharin recently returned to the helm of Batsheva Dance Company as artistic director, and “Three“ (Hebrew: Shalosh), composed of three separate sections, is his first work since then. As expected, Naharin once more produced the unexpected, a work that is decidedly different from previous larger-scale creations in terms of energy and its focus on a newly...
