MORTELLITI, SCHOLZ, CHRISTE «STRAW!NSKY»
Kommt auch nicht alle Tage vor, dass das Ballett des Staatstheaters Cottbus auf Gastspiel geht. Anfang April zeigte die Truppe im Potsdamer Hans Otto Theater ihre dreiteilige Strawinsky-Hommage, wobei das Programm wohl aus Attraktionsgründen «Straw!nsky» betitelt ist. Allerdings dient der Einstieg mit der Uraufführung von Adriana Mortellitis «Petruschka»-Version eher allgemeinem Warmlaufen. Toll ausgestattet und gut getanzt, kommt die durchaus schwungvolle Choreografie nicht so recht auf den Punkt.
Das Drama im (menschlichen) Puppenreich bleibt blässlich und an der Selfie-Oberfläche kleben. Hinreißend dagegen das Pianist-Tänzer-Duo, das gleich darauf Uwe Scholz’ «Piano Rag Music + Tango» mit lässiger Eleganz auf die Bühne schlenzt. Stefan Kulhawec beherrscht die kinetische Klaviatur des Balletts derart meisterlich, dass er seinerseits die Meisterschaft des allzu früh verstorbenen Choreografen zum Leuchten bringt. Und zugleich die Brücke zum Höhepunkt des Abends baut: Nils Christes zeitgenössisch gewendetem «Sacre du printemps», 2011 produziert und von den Cottbussern fantastisch umgesetzt. Ballettchef Dirk Neumann hat seine achtköpfige Kompanie dafür um sieben Gäste erweitert – ein ...
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Tanz Mai 2022
Rubrik: Kalender, Seite 42
von Dorion Weickmann
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