Moritz Ostruschnjak: «YESTER:NOW»

München

Der traut sich was. Moritz Ostruschnjak, freier Choreograf, organisiert in der Tanztendenz München und seit Kurzem auch mit dem Theater Freiburg kreativ verbandelt, wagt sich vor in größere Räume denn je. Dabei trotzt er der Pandemie und muss sich zugleich mit ihr arrangieren. Es werde ja nicht immer so sein: Das war der zentrale Satz seiner «Tanzanweisungen» für einen einzelnen Tänzer, vor dem leeren Zuschauerraum der Bayerischen Staatsoper als prunkvoller Kulisse. So gesehen Anfang Juni 2020, bei einer der raren, leibhaftigen Tanzaufführungen vor 50 Leuten.

 

Anfang 2021 stand alles wieder mal auf null. Zu der Zeit aber plante Moritz Ostruschnjak sein neues Stück. Er werkelte an der vermessenen Idee, den Weinberg der Philharmonie am Münchner Gasteig, also 2400 Plätze, raumfüllend mit nur sechs Tanzenden live zu betanzen. An einen Film hat er dabei überhaupt nicht gedacht. Aber als absehbar war, dass er sein Stück mit dem kryptischen Titel «Yester:Now» nicht vor Publikum würde aufführen können, zeigte er es Ende März als Livestream und schnitt ein Video der letztgültigen Bühnenfassung.

Es fehlte nunmehr die dritte Dimension, die Weite und Tiefe des Raumes. Tatsächlich? Immerhin ...

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Tanz Juli 2021
Rubrik: Kalender, Seite 39
von Eva-Elisabeth Fischer

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