Mit Lust
Am Ende kriecht Antje Pfundtner in ein vasenähnliches Gefäß und schaukelt vor sich hin. Und schaukelt. Und schaukelt. Und grinst kaum merklich ins Publikum, das nicht so recht weiß: Ist das Solo «Sitzen ist eine gute Idee» jetzt vorbei, oder passiert noch was? Und Pfundtner schaukelt weiter. Zuvor hat die Choreografin und Tänzerin ihr Scheitern thematisiert, ihre Unlust, an einer Stelle hat sie in die Hose uriniert, mit anderen Worten: sich konsequent angreifbar gemacht.
Nur um als Höhepunkt in eine ruhende Position zu kommen, ins Schaukeln, ins souveräne Loslassen, ins ironische Ausläppern des Stücks. Das ist humorvoll, nicht im Sinne von Schenkelklopfern, sondern als Hinterfragen von Schwere. «Humor ist etwas, das sehr zu mir gehört», bestätigt Pfundtner. «Und Humor ist eine Möglichkeit, mit fragilen Momenten zu spielen. Das hat nicht nur damit zu tun, dass etwas lustig ist, sondern auch damit, dass etwas kippen kann.» Außerdem ist der Humor ein Heilmittel gegen den bierernsten Charakter, der den zeitgenössischen Tanz prägt: «Wenn sich etwas zu ernst nimmt – das ist schon schlimm!»
Wenn Pfundtner, die dieses Jahr beim «Deutschen Tanzpreis» eine Ehrung für «herausragende ...
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Tanz Oktober 2020
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Falk Schreiber
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