Mit Kompass

Seit 2017 arbeitet die Sebastian Weber Dance Company in Leipzig mit einem festen Ensemble, einer Band, einer choreografischen Assistentin, einer Produktionsleitung, einer PR-Crew. Über Mut, Strategien und leise Hoffnungen.

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Sebastian Weber, es gibt nicht so viele überregional tanzende Kompanien aus Sachsen, erst recht nicht mit eigenem ­Ensemble. Was ist wichtig daran? Am Anfang gab’s nicht so sehr die Idee, ein neues Ensemble aufzubauen.­ Ich wollte meine choreografischen Methoden – eigentlich den Stepptanz – neu erfinden. Aber der gemeinsame Prozess beflügelt. Wir haben alles ausprobiert. Daraus ist ein enormer Schub entstanden, das ist bis heute der Kern. Kompanie und Arbeit sind eins. Wie ein Expedi­tionsteam: Die Situation ­kann sich ändern, soll sich sogar ändern.

Aber das Team steht.

Wie stellt man eine Kompanie strategisch auf? Braucht man einen Businessplan? Ich habe Wünsche und Visionen für die Kompanie, unabhängig von Ideen für einzelne Stücke, aber das ist kein Businessplan. Mein Blick in die Zukunft besteht aus 20 Prozent Plan und 80 Prozent Beweglichkeit. Der Trick ist, ein starkes Gefühl, einen Kompass dafür zu haben, was gut für die Kompanie ist. Dann kann sich das Wetter zwar rasant ändern, aber wir verlieren trotzdem nicht so leicht die Orientierung.

Ohne Fördermittel geht es nicht. Wenn ich zum Beispiel eine dreijährige Konzeptionsförderung erhalten möchte, muss ich darstellen, was ...

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Tanz November 2020
Rubrik: Praxis, Seite 54
von Sebastian Göschel

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