Mette Ingvartsen «The Dancing Public»

Avignon

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Mette Ingvartsen ist immer schon eine Forschende, eine spielerisch Ergründende. Die dänische Choreografin ersprang sich – zusammen mit Jefta van Dinther – auf dem Trampolin eine Machbarkeitsstudie der menschlichen Physis («It’s in the air», 2008). Sie choreografierte Materialien, da waren silberglänzende Konfetti ihre Protagonisten («The Artificial Nature Project», 2012). Sie beschäftigte sich lange mit dem Thema Sexualität.

Und in ihrer ersten Museumsarbeit «The Life Work», die als Auftrag der «Ruhrtriennale» Teil der Ausstellung «Global Groove» im Museum Folkwang war (tanz 10/21), vermengte sie technische und natürliche Elemente. Sie hatte mitten in der Ausstellung einen künstlichen Garten entworfen, in dem vier Japanerinnen aus dem Off ihre Lebensgeschichte erzählten.

In ihrer neuen, bei PACT Zollverein in Essen uraufgeführten Arbeit «The Dancing Public» wird – der Titel legt es nahe – auch das Publikum zum Forschungsgegenstand. Ingvartsens Thema: die sogenannte Tanzwut. Menschenmassen, die plötzlich anfangen in den Straßen zu tanzen. Mehrere Tage, sogar Wochen, ohne Pausen, ohne Essen, bis zur völligen Erschöpfung. Und scheinbar grundlos. 1374 brach solch eine Tanz-Epidemie in ...

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Tanz Februar 2022
Rubrik: Kalender, Seite 33
von Sarah Heppekausen

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