Memotrip
Diese Geschichte von Simonides. Cicero erzählt sie in seiner Rhetoriklehre und entwickelt an ihrem Beispiel eine Erinnerungstechnik, die Namen und gar ganze Texte an Bilder koppelt. «Wer sich an einem Text oder an bestimmte Stichworte erinnern will», erklärt Levy einmal im «Memotrip» von Matthias Wittekindt die antike Gedächtniskunst, «baut sich zu jedem Wort ein Bild. Diese Bilder hängt er dann in Gedanken in einem imaginären Gebäude auf. Und zwar an markanten Stellen.
Um sich später an einen Text zu erinnern, schreitet man gewissermaßen durch sein Gebäude und ruft die Bilder ab, die einem die gesuchten Worte zurückgeben.»
Nichts anderes macht Martin Stiefermann in seinem Tanz-Hörspiel. Er lässt den Zuschauer teilhaben an einem Erinnerungsprozess und zeigt in seiner «verkopften» Choreografie, was sich im Inneren des Erzählers alles tut. «Unser Levy», interpretiert Stiefermann den Kontext von «Memotrip», «befindet sich in einem Nichts, das nicht weiter benannt wird. Er könnte nach einem Unfall im Koma liegen oder in einem dunklen Raum sitzen und einfach den Kopf voll von Bildern, die auf ihn einstürmen. Um Ordnung zu schaffen, entschlüsselt er anhand dieser Technik, an was er sich ...
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