Memotrip
Diese Geschichte von Simonides. Cicero erzählt sie in seiner Rhetoriklehre und entwickelt an ihrem Beispiel eine Erinnerungstechnik, die Namen und gar ganze Texte an Bilder koppelt. «Wer sich an einem Text oder an bestimmte Stichworte erinnern will», erklärt Levy einmal im «Memotrip» von Matthias Wittekindt die antike Gedächtniskunst, «baut sich zu jedem Wort ein Bild. Diese Bilder hängt er dann in Gedanken in einem imaginären Gebäude auf. Und zwar an markanten Stellen.
Um sich später an einen Text zu erinnern, schreitet man gewissermaßen durch sein Gebäude und ruft die Bilder ab, die einem die gesuchten Worte zurückgeben.»
Nichts anderes macht Martin Stiefermann in seinem Tanz-Hörspiel. Er lässt den Zuschauer teilhaben an einem Erinnerungsprozess und zeigt in seiner «verkopften» Choreografie, was sich im Inneren des Erzählers alles tut. «Unser Levy», interpretiert Stiefermann den Kontext von «Memotrip», «befindet sich in einem Nichts, das nicht weiter benannt wird. Er könnte nach einem Unfall im Koma liegen oder in einem dunklen Raum sitzen und einfach den Kopf voll von Bildern, die auf ihn einstürmen. Um Ordnung zu schaffen, entschlüsselt er anhand dieser Technik, an was er sich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
The name chosen for the work is taken from a section in Georg Büchner’s play “Woyzeck.” By choosing this particular literary quote, Be’er circumvents the main theme of the play: the story of an anti-hero, a victim of war and its warped morals. Yet, the textual source inevitably raises certain expectations, particularly since Rami Be’er has been known to touch on...
Sie haben den Herrn auf dem Cover schon einmal gesehen? Es ist George Balanchine, der Vater des modernen Balletts. Eine Legende, um die so viele Legenden ranken, dass man die Erinnerung an ihn bald nicht mehr von der Erfindung unterscheiden kann. Was haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser, vor knapp zwei Jahren etwa um diese Zeit gemacht? Hielten Sie etwa...
Tanzvorstellungen sind flüchtig. Jeder Tanzliebhaber weiß, dass Details eines Stücks manchmal schon nach einigen Stunden verflogen sind. Monate oder Jahre später bleibt auf dem Grund der Erinnerung oft nur der Bodensatz einer Stimmung, eines persönlichen Gefühls oder eines auffälligen Details. Natürlich halten Rezensionen und Betrachtungen etwas von dem fest, was...
