MeMoRe

MeMoRe: die Tapetenschichten des zeitgenössischen Tanzes. Robert von Lucius über Tomi Paasonen

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«Erinnerungen, das sind nur Fragmente, die Assoziationen auslösen, einige Brocken, deren Lücken dann die Fantasie ausfüllt.» So spricht kein Neurologe, sondern ein Choreograf, der dann sagt: «Erinnerung bilden durch Wiederholung die dann entstehenden und gestärkten neurologischen Netzwerke, die in einem chaotischen Register nach Wichtigkeit geordnet sind.» Wie nur wenige in der Tanzwelt beschäftigt sich der Finne Tomi Paasonen mit Erinnerung, Körper, Bewegung und deren Beziehung zueinander.

Was er liest und erkennt, setzt er auf meist kleinen Bühnen um: Tanz und Erinnerung sind seine Hauptthemen, dazu die Verletzlichkeit des menschlichen Körpers, Grenzzustände, physische und geistige Behinderungen. Eine Trennung von Physis und Geist würde Paasonen für falsch halten, denn der Kopf ist ja ein Teil des Körpers, und wo zieht man die Grenze zwischen Gedanken, Erinnerungen, physischen Bewegungen und der Beweglichkeit der Gedankenabläufe? «Im Gehirn kreuzt sich das Materielle und das Geistige; und auch das Erinnern ist ein durchaus physischer Vorgang.»
Manifest wurde diese Zuwendung nicht zuletzt, als der Solotänzer bei John Neumeier am Hamburg Ballett (der einige Jahre in Chicago tanzte ...

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Tanz August/September 2005
Rubrik: Forgotten Memories, Seite 49
von Robert von Lucius

Vergriffen
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