Mehrdimensionaler Tutu-Rausch
Beim Amtsantritt am Dresden SemperOper Ballett verhieß der neue Direktor seinem Publikum noch ein «verschlanktes Dornröschen» und damit eine Arbeit, in «die ich das neue Vokabular, das ich getanzt habe, einbringen will». «Was mich interessiert», so Aaron S. Watkin im Gespräch mit ballet-tanz, «sind die originalen Tempi, die ich in meiner Version wieder ermöglichen will und auf die keine Klassikerproduktion unserer Tage baut. Mir sind sie wichtig. Schließlich sollen sich Tanz und Musik zu einem großen Ganzen verbinden.
» Seines Risikos durchaus bewusst, meinte der junge Mann seinerzeit voller Zuversicht: «Die Zusammenarbeit mit Forsythe wird mir gerade hier sehr zugute kommen.»
Davon war bei der Premiere nichts zu merken. Die Kritik reagierte vielmehr auf sein dürres «Dornröschen» knüppeldick: «Kitsch und Krempel an Sachsens Königshof» titelte Die Welt ihren Bericht, und nicht weniger schmeichelhaft brachte die F.A.Z. das eigentliche Problem unter dem Titel «Zuckerdekor» auf den Punkt: eine Ausstattung nämlich, die den Tanz als Teil einer konzertierten Touristenstrategie verkauft und Dresden auch innerhalb der SemperOper plakatiert, so lange sich die City noch als Weltkulturerbe ...
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