Meg Stuart & Philipp Gehmacher mit «Maybe Forever»
Auf den ersten Blick sind Gehmacher und Stuart viel zu verschieden, um eine Kreation gemeinsam auf die Beine zu stellen. Gehmacher ist ein Choreograf, der sparsame Zeichen im Raum platziert, ein fast vergeblicher Versuch zu kommunizieren. Stuart dagegen entwickelt ihre Bilder aus intensiver Physis und mental wahnsinnigen Zuständen. Dennoch gibt es eine Berührungsebene.
Wie können wir überzeugend unsere Anwesenheit zeigen? Wie mehr tun, als nur eine Rolle spielen? Wie können wir einander erreichen, emotional berühren?
Und für wie lange? «Maybe Forever» hat auf den ersten Blick eine fast willkürliche Struktur von Szenen, die einander abwechseln. Das Eröffnungsbild scheint Stuarts Welt zu entstammen: In einem Dämmerlicht erinnern zwei Körper an die lächerlichen Begegnungen zwischen zwei Menschen in «Forgeries» und an die Bilder in «Splayed Mind Out», wo die Körper in einer wimmelnden Masse von Gliedmaßen ihre Selbstständigkeit und damit ihre Menschlichkeit verlieren. Danach kehrt sich die Erzählung um. Das Bühnenbild von Janina Audick tritt in den Vordergrund. Es begrenzt den Spielraum: ein dicker Teppich mit einem verlorenen Hocker. Dazu ein riesiges Lichtbild auf der Gardine. Man ...
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Party talk stays always the same», schrieb die amerikanische Schriftstellerin Gertrude Stein. Sie hat Recht. Übers Wetter redet man schon immer, wenn man Wichtigeres nicht sagen möchte. Und gern über Abwesende, wobei gilt: Der oder die Abwesende ist nicht persönlich gemeint; man unterhält sich über Pina Bausch nur (S. 26) um auszuloten, was man gemeinsam denkt....
Die spartenübergreifende Arbeit am Theater ist mal wieder in aller Munde:
1. Weil erfolgreiche Kollegen nach langen Jahren ihre Verträge aufkündigen, da ein neuer Intendant Einsätze des Ballettensembles in Musical und Operette verlangt, oder 2. Weil immer noch manche Intendanten argumentieren, der Tanz würde die Operette zu seiner Rechtfertigung brauchen.
Letzteres...
«Jeder Fotograf macht Portraits und jeder Maler. Nur auf der Bühne gibt es sie nicht. Warum?», fragt Michael Laub, dessen unnachahmlich sanft kratzende Stimme klingt, als dulde sie keinen Widerspruch des selbst gestellten Rätsels: «Die einzige Antwort, die ich bisher gefunden habe: Man kann ein Portrait nicht proben. Man kann es nur herstellen.»
Natürlich gibt es...
