Mathilde Monnier, Heiner Goebbels: «Surrogate Cities»
Die Stadt ist der Inbegriff des Wandels. Sie verändert sich im Stundentakt. Ganze Straßenzüge erkennt man nicht wieder, wenn man das nächste Mal in dasselbe Viertel kommt. «Suddenly things are gone», sinniert es im Libretto von «Surrogate Cities». Die Oper von Heiner Goebbels durchdringt das Dickicht der Städte wie bei einer S-Bahnfahrt durch Stadtviertel und Tageszeiten.
Die Aufführung geht auf eine Initiative von Sir Simon Rattle zurück, der sein Engagement bei den Berliner Philharmonikern davon abhängig machte, dass in jedem Jahr ein Bühnenprojekt mit Künstlern anderer Sparten gestaltet wird. 2008 ist es ein Großvorhaben von Mathilde Monnier. Schon 1998 bestellte sie bei Heiner Goebbels eine Komposition für «Les lieux de là», im Rückblick eines ihrer wichtigsten Stücke. Nun revanchierte er sich mit dem Auftrag an Monnier, die Neufassung von «Surrogate Cities» zu inszenieren.
Sie schickt Kinder, Jugendliche und die Generation der Großeltern in großen Gruppen ins Feld. «Der Einsame hat in der Stadt immer das Nachsehen», heißt es bei Goebbels. In Minuten bemalen sie den dunklen Boden mit weißer Kreide. Dann bauen die Kinder mit Flaschen, Kartons und Verpackungsmüll ihre eigene ...
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