Sinn für Geschichte
Zwei neuere Publikationen international gefeierter Autoren und Kritiker in Tanzzeitschriften haben mich dazu angeregt, auch meinerseits etwas zum Thema Tanzgeschichte zu Papier zu bringen: zum einen ein Beitrag von Kathrine Sorley Walker in ihrer «Talking-Point»-Kolumne in Dancing Times, zum anderen Clive Barnes’ Aufsatz «Vorwärts in die Vergangenheit» (Forward to the Past) in Dance Magazine.
Bei Sorley Walker geht es vor allem um den allgemeinen Mangel an Interesse für die Geschichte des Tanzes, während Barnes über die Notwendigkeit schreibt, die Arbeiten der Choreografen des
20. Jahrhunderts zu dokumentieren, bevor sie für immer verloren sind. «Unsere Geschichte», so Barnes, «schwindet unter den sterbenden Füßen unserer Tänzer dahin.»
Sorley Walker spricht von der «beschwerlichen Arbeit», Menschen für die Vergangenheit zu interessieren, räumt aber ein, man müsse bei Tanzstudenten erst einmal ein Bewusstsein dafür wecken, dass der Tanz der Vergangenheit für ihre eigene Arbeit und ihre Karriere von Belang ist.
Tanzgeschichte zu unterrichten, ist heute gewiss keine leichte Aufgabe. Ballettschulen und -akademien haben häufig sehr volle Stundenpläne, die eher auf Prüfungsvorbereitung ...
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