Martin Zimmermann
Eigentlich sollte der Museumsdiener einen Sicherheitsdetektor aufstellen, um irgendein Kunstwerk zu schützen. Aber der Boden ist einfach zu glatt, und so rutschen ihm denn die Füße auf und davon, wann immer er einen Schritt in die angepeilte Richtung wagt. Bis der dumme August sie endlich unter die Beine kriegt, haben wir – und wohl auch er – vergessen, was das Ziel des Tanzes war.
Das sind die Situationen, die Martin Zimmermann faszinieren, die er immer wieder choreografiert und auf die Bühne bringt: Menschen, die etwas nicht schaffen, es noch einmal versuchen, wieder und wieder und wieder – und scheitern. Über absurde Szenen wie diese wird weltweit gelacht, sie sind offensichtlich interkulturell verständlich, vielleicht, weil sie zur Conditio humana gehören.
Dünnhäutiger Grenzgänger
Mit Sicherheit gehören sie zu Martin Zimmermann: «Das bin ich – ich rotiere so», sagt er. Unermüdlich stelle er sich infrage. Unermüdlich arbeitet er an seinen Stücken: «Sie sind nie ganz fertig. Ich muss immer weitergehen, weitersuchen, sonst lebt das nicht mehr.» Wir treffen uns in Vevey, wo der Zürcher Künstler gleich nach der Heimpremiere seines neuen Stücks «Eins Zwei Drei» hingefahren ist. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz November 2018
Rubrik: Menschen, Seite 18
von Lilo Weber
Dem Brexit schaut die britische Tanzszene mit Bangen entgegen. Wie brenzlig die Lage ist, zeigt sich exemplarisch an Shechter II, der Junior-truppe des Choreografen Hofesh Shechter. Die Hälfte der acht Tänzer und Tänzerinnen kommt vom Kontinent, Zukunft ungewiss. Noch bis Ende des Jahres sind sie mit «Show» unterwegs, fürs Finale ist das Théâtre de la Ville in...
Windwitches – a living spirit
Manchmal ist es wie verhext. Aber in Deutschland haben die «Vindhäxor», wie die «Windwitches» in ihrer schwedischen Heimat heißen, nie eine Rolle spielen können. Anders in London und New York. Dort war die Dansgruppen, 1977 von Eva Lundqvist gegründet, immer wieder präsent – was insofern kein Zufall ist, als die 1951 geborene...
Es gibt Ballettensembles, die gibt’s eigentlich gar nicht. 1997 hat der Brandenburgische Kulturminister Steffen Reiche am Staatstheater Cottbus die Tanzsparte geradezu handstreichartig weggespart. Aber ein paar der Tänzer, als «Edelstatisten» dem Musiktheater zugeordnet, ignorierten einfach ihre Abschaffung und entwickelten sich erst unter Leitung von Michael Apel,...
