Martin Zimmermann
Eigentlich sollte der Museumsdiener einen Sicherheitsdetektor aufstellen, um irgendein Kunstwerk zu schützen. Aber der Boden ist einfach zu glatt, und so rutschen ihm denn die Füße auf und davon, wann immer er einen Schritt in die angepeilte Richtung wagt. Bis der dumme August sie endlich unter die Beine kriegt, haben wir – und wohl auch er – vergessen, was das Ziel des Tanzes war.
Das sind die Situationen, die Martin Zimmermann faszinieren, die er immer wieder choreografiert und auf die Bühne bringt: Menschen, die etwas nicht schaffen, es noch einmal versuchen, wieder und wieder und wieder – und scheitern. Über absurde Szenen wie diese wird weltweit gelacht, sie sind offensichtlich interkulturell verständlich, vielleicht, weil sie zur Conditio humana gehören.
Dünnhäutiger Grenzgänger
Mit Sicherheit gehören sie zu Martin Zimmermann: «Das bin ich – ich rotiere so», sagt er. Unermüdlich stelle er sich infrage. Unermüdlich arbeitet er an seinen Stücken: «Sie sind nie ganz fertig. Ich muss immer weitergehen, weitersuchen, sonst lebt das nicht mehr.» Wir treffen uns in Vevey, wo der Zürcher Künstler gleich nach der Heimpremiere seines neuen Stücks «Eins Zwei Drei» hingefahren ist. ...
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Tanz November 2018
Rubrik: Menschen, Seite 18
von Lilo Weber
Er war der erste dunkelhäutige Star des Balletts, der internationalen Ruhm erlangte – und das ausgerechnet mit dem durchweg «weißen» New York City Ballet. Ihm gehörte Arthur Mitchell von 1955 bis 1968 an – dem Jahr, in dem Martin Luther King Jr. einem Attentat zum Opfer fiel, Amerikas prominentester schwarzer Politiker und Prediger. Ein Ereignis, das Mitchell die...
Im Korridor des sechsten Stocks im Haus Nummer 5 an der Zürcher Kreuzstraße hängen die Druckfahnen fürs nächste «MAG». An der Wand entlang reihen sich Texte und Bilder fürs kommende Magazin des Opernhauses Zürich: ein Interview mit dem Ballettdirektor Christian Spuck über seine neueste Arbeit «Winterreise», ein Interview mit Goyo Montero über sein Stück «Submerge»,...
Um die Sache wurde nicht viel Aufhebens gemacht, es gab keinerlei PR-Getöse. Und doch war es ein historischer Moment: Im Juni trat in «Dornröschen» – mit langem Rock, noch ohne Spitzenschuh – ein Mann im weiblichen Corps de ballet des English National Ballet (ENB) auf. Er fiel nicht auf, sein Auftritt wurde nicht weiter kommentiert. Chase Johnsey war seit vielen...
