Denkfiguren

Wenn ein Roman zum Ballett werden soll, sind Dramaturgen gefragt. Michael Küster arbeitet am Opernhaus Zürich mit Ballettdirektor Christian Spuck zusammen – und mit einer ganzen Riege junger Choreografen

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Im Korridor des sechsten Stocks im Haus Nummer 5 an der Zürcher Kreuzstraße hängen die Druckfahnen fürs nächste «MAG». An der Wand entlang reihen sich Texte und Bilder fürs kommende Magazin des Opernhauses Zürich: ein Interview mit dem Ballettdirektor Christian Spuck über seine neueste Arbeit «Winterreise», ein Interview mit Goyo Montero über sein Stück «Submerge», ein Text über Filipe Portugal und dessen «Echo of Elements», Selbstauskünfte von Louis -Stiens -über seine Choreografie «Wounded», ein Porträt des Tänzers Daniel Mulligan und und und.

Unter Druck

Das Magazin soll in Druck gehen. In zweieinhalb Wochen ist Premiere von Spucks «Winterreise». Wir haben unser Gespräch auf diesen Mittwoch geschoben, damit Michael Küster einen freigeräumten Tisch hat. Zumindest für eine Stunde. Noch aber fehlt sein Interview mit dem Dirigenten Emilio Pomàrico über Hans Zenders Bearbeitung von Schuberts Liederzyklus «Winterreise». Das hat er am Tag davor führen können – jetzt will es transkribiert und festgeschrieben werden. Der Drucktermin wird zum Druck, der auf dem Dramaturgen lastet. Michael Küster ist derlei gewohnt, aber derzeit geht er durch eine besonders hektische Zeit. Er beschreibt ...

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Tanz November 2018
Rubrik: Serie: Hinter den Kulissen, Seite 64
von Lilo Weber

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