marseille: michel kelemenis
KLAP ist der Name, den Michel Kelemenis seinem Maison pour la Danse gibt. KLAP bedeutet nichts, außer dem entfernten Verweis auf applaudierendes Publikum. Dabei musste er mehr als zehn Jahre in seiner Heimat Marseille um ein Tanzhaus kämpfen, das nun auch Mitglied im European Dancehouse Network ist. Ende September eröffnet er die drei Studios in einer ehemaligen Fabrik nahe dem Bahnhofsviertel. Der einstöckige Komplex wurde renoviert und um einen Bühnenturm erweitert.
Kelemenis entwarf selbst Neigung und Ausrichtung der Tribüne im großen Studio (240 Plätze), «damit von jedem Platz aus alles sichtbar ist». Da es sich zwischen die staatlichen Zentren von Frédéric Flamand (Marseille) und Angelin Preljocaj (Aix-en-Provence) zwängt, musste die Stadt Marseille die 3,7 Millionen Euro Baukosten allein tragen. Die jährlich 1,2 Millionen Euro Betriebskosten für Kompanie, Residenzen und Gastspiele erhofft Kelemenis sich nun von Staat, Gebietskörperschaften und der Kulturstiftung BNP Paribas. Trotz der stattlichen Summen sei niemand in der Szene neidisch, behauptet er. In der Tat fieberten viele mit ihm, während er immer wieder Rückschläge einsteckte. Nur durch Beharrlichkeit und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2011
Rubrik: menschen, Seite 57
von Thomas Hahn
Die Hände zur Faust geballt stecken tief in den Jackentaschen, im Schatten der Kapuze verbirgt sich das Gesicht. Angst, der etwas Bedrohliches anhaftet, ist deutlich spürbar. Wie gehetzt die Figuren in Helge Letonjas jüngster Produktion «The Bog Forest» auch durch das Dunkel der Bühne der Bremer Schwankhalle huschen, wie gequält sie sich krümmen und am Boden...
Mal so richtig bedeutungslos sein – auch das kann ein Künstlertraum sein. Mal nichts anklagen, aussagen, bloßlegen. Abstraktion lautet darum das Ideal für Meg Stuarts neues Stück «Violet». Oder: engagierte Sinnlosigkeit. Das hyperaktive Nichts. Die pure Bewegung wird skelettiert, ohne Fleisch von Ausdruck und Erzählung. Ausgerechnet Meg Stuart. Ausgerechnet ihr...
...ist der high chief bei jedem besseren Tanzfestival. Immer raunt aus ihm, einem Häuptling seiner Majestät, der englischen Königin, eine ironiefreie Rede allein an die Königin, als wäre das britische Commonwealth die Rettung seiner Heimat Samoa nach der deutschen, der US-amerikanischen und der neuseeländischen Besatzung. Ponifasio, tatsächlich ein high chief, hat...
