das anarchiv...

...von deufert + plischke.

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Wellness ist ein bitteres Wort. Es bezeichnet jene ausgesparte Zeit, die man dem eigenen Wohlbefinden widmen muss, weil es sonst ja nicht stattfindet. Auch Kunst soll Wellness sein, uns wie sonst Öle und erprobte Finger in einen Zustand versetzen, in dem jeder Widerstand zwecklos wird. Gebt euch hin! Das ist ein Imperativ.

Kattrin Deufert und Thomas Plischke haben ein Verfahren entwickelt, damit Zuschauer und Tanz so aufeinander wirken, dass wir zum ­Schluss in einem Kreidekreis zu Pianoklängen von Alain Franco ganz entspannt ausatmen ­können.

Wo sonst zur Wellness eine luxuriöse Umgebung fürs Wohlbefinden herhält, geht es in ihrem «Anarchiv #3: Songs of Love and War» unmissverständlich bildungsbürgerlich um das deutsche Nibelungenlied, den Kampf um verschwundenes Rheingold («Die Welt­bank sozusagen»), um die Abwesenheit der Götter (oder der Politik), um die Entfesselung einer von Luxus übersäten Gewalt: «Wie schrecklich erklangen da die Schwerter: Viele Schildspangen sprangen aus den Beschlägen heraus. Dadurch fielen die Edelsteine beschädigt aus den Fassungen in das Blut. Sie kämpften so heftig, wie man es niemals mehr tun wird.»

Der Satz aus dem Lied steht auf einem ...

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Tanz August/September 2011
Rubrik: produktionen, Seite 16
von Arnd Wesemann

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