das anarchiv...
Wellness ist ein bitteres Wort. Es bezeichnet jene ausgesparte Zeit, die man dem eigenen Wohlbefinden widmen muss, weil es sonst ja nicht stattfindet. Auch Kunst soll Wellness sein, uns wie sonst Öle und erprobte Finger in einen Zustand versetzen, in dem jeder Widerstand zwecklos wird. Gebt euch hin! Das ist ein Imperativ.
Kattrin Deufert und Thomas Plischke haben ein Verfahren entwickelt, damit Zuschauer und Tanz so aufeinander wirken, dass wir zum Schluss in einem Kreidekreis zu Pianoklängen von Alain Franco ganz entspannt ausatmen können.
Wo sonst zur Wellness eine luxuriöse Umgebung fürs Wohlbefinden herhält, geht es in ihrem «Anarchiv #3: Songs of Love and War» unmissverständlich bildungsbürgerlich um das deutsche Nibelungenlied, den Kampf um verschwundenes Rheingold («Die Weltbank sozusagen»), um die Abwesenheit der Götter (oder der Politik), um die Entfesselung einer von Luxus übersäten Gewalt: «Wie schrecklich erklangen da die Schwerter: Viele Schildspangen sprangen aus den Beschlägen heraus. Dadurch fielen die Edelsteine beschädigt aus den Fassungen in das Blut. Sie kämpften so heftig, wie man es niemals mehr tun wird.»
Der Satz aus dem Lied steht auf einem ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: produktionen, Seite 16
von Arnd Wesemann
Théophile Gautier, der geistige Vater der dramatischen Geschichte um das Thüringer Bauernmädchen Giselle, wäre heute 200 Jahre alt. Dass in diesem Jahr die Akademiker Kolloquien wie «Théophile Gautier und seine Zeit» abhalten, neue Biografien und Neuausgaben erscheinen, ist natürlich Pflicht im akademischen Betrieb. Die «Giselle»-Choreografen Jean Coralli und Jules...
...übernimmt zum 1. August die Leitung des Göteborger Balletts. Die Geschäftsführerin der Berliner Agentur Binder + Partner, die unter anderem die Choreografinnen Ingun Bjørnsgaard, Marguerite Donlon und Deborah Colker vertritt, war zuvor künstlerische Leiterin des Balletts der Komischen Oper und Ballettdramaturgin an der Deutschen Oper. Mit einem Vierjahresvertrag...
In der tiefsten Provinz Westfrankreichs, in La Roche-sur-Yon, gründete Mickaël Le Mer die Kompanie S’poart. Sie ist derzeit das bekannteste Erzeugnis der Kleinstadt zwischen Rennes und La Rochelle, die auf einem Granitfelsen erbaut wurde. Le Mer versammelte dort oben eine Handvoll Breakdance-Begeisterte und zog immer wieder hinaus in die Welt des Hip-Hop, wo er auf...
