Marketing
1893 brachte Dr. Oetker das Backpulver an die Hausfrau. Bis dahin gab es nur Mehl. Zum ersten Mal wurde massenhaft ein Produkt angeboten, von dem die Kundinnen gar nicht wussten, dass es ihnen gefehlt hatte. Es war die Geburtsstunde des Marketings. Was für «Backin» funktionierte, klappt auch für den Tanz. Seit sich 4,8 Millionen Briten zum Tanz bekennen, genauso viele Zuschauer vor dem Fernseher Tanzwettbewerbe anschauen, rätselt Resteuropa, wie es nur möglich wurde, so viele Briten durch BBC, Krankenversicherungen und Kulturpolitik zu moblisieren.
Man fragt sich, wozu sie so viel Tanz brauchen: aus Gesundheitsgründen, als Vergnügen für Unterschichten oder damit in der Tanzschule die Teenager ein entspanntes Verhältnis zu ihrem und anderen Körpern entwickeln? Wie Backpulver ist der Tanzboom nur eine Erleichterung im Leben. So wird auf der Insel «Britain’s favourite art form» beworben (siehe S. 58).
Immer ist solches Marketing eine utopische Strategie, um «durch die Befriedigung der Wünsche des Konsumenten Gewinne zu erwirtschaften, indem die richtigen Güter zum richtigen Preis auf dem richtigen Markt mit den richtigen Maßnahmen platziert werden». Ist dies das Gegenteil von ...
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