Mark Morris: «Romeo & Juliet»

London

Tanz - Logo

Mark Morris’ neues Ballett «Romeo & Juliet» – Untertitel «On Motifs of Shakes-peare» – folgt dem Szenario von Sergey Radlov, der es für Prokofiev schrieb. Es ist eine Version mit Happy End, also nicht die von Shakespeare. Bislang blieb unchoreografiert, was der Musikologe Simon Morrison nun aus der Originalversion restaurierte. Leon Botstein dirigierte die Musikfunde zur Uraufführung vor dem American Symphony Orchestra in New York – effektvoll.
Aber es ist schwer, daraus ein neues «Romeo & Juliet» zu schaffen.

Es ist auch schwer, etwas zu kritisieren, das man nur mit ähnlichen Produktionen vergleichen kann. Die meisten Choreografen trennen die sich hier bekämpfenden Familien, die Montagues und Capulets, einfach farblich voneinander. Morris setzt dagegen auf bestimmte Gesten, die immer wieder die andere Seite verhöhnen (da hat man als Uneingeweihte ziemlich Mühe, die je unterschiedliche Gestensprache genau zuzuordnen). Gewöhnlich treibt und wogt das Volk, hebt Kelche und winkt.
Morris lässt sie auch an Brettspiele ran, ihre Muskeln zeigen und flirten. Dieser sofort etwas übervolle Bewegungsrhythmus folgt aber einer guten Logik. Denn Morris kombiniert konsequent Prosaisches mit ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 41
von Susan Yung

Vergriffen
Weitere Beiträge
Rami Be’er: «60 Hz»

Josef Nadj, der Künstler als junger Mann. Es ist eine Weile her, dass er so ausgesehen hat. Inzwischen lohnt es sich, dem «bildermächtigen» Choreografen mit Hang zum Surrealen eine Retrospektive zu widmen. Das Leipziger Festival euroscene tut das vom 4. bis zum 9. November. Neben drei Stücken aus verschiedenen Schaffensperioden, «Woyzeck» (1994/96), das von ihm...

Striptease-Show

Sie sind vierzig Jahre im japanischen Kulturbusiness. Sie haben von Ihrer Arbeit immer als einem Kampf für und um die Kultur gesprochen. Hat sich der Kampf gelohnt? Vielleicht habe ich doch aufs falsche Pferd gesetzt. Ballett kommt aus Europa, aus dem Westen. So sehr Fußball, Basketball oder Volleyball den Menschen im Westen im Blut stecken, so wenig ist uns...

Fundamental-Skandal um Bauchtanz

Die Ägypterin Dina Talaat Said Mohamed Mohamed, in Rom geboren und am Nil aufgewachsen, ist für gewagte Kostüme und zahllose Skandale bekannt. Die mehrfach Geschiedene, die ihr Alter nicht sagt, gehört in der ägyptischen Tanzszene zu den Spitzenverdienerinnen. Zuletzt sorgte die Mutter eines 8-Jährigen für Schlagzeilen bei einem Auftritt vor Abiturienten – sie...