Mark Morris: «Romeo & Juliet»
Mark Morris’ neues Ballett «Romeo & Juliet» – Untertitel «On Motifs of Shakes-peare» – folgt dem Szenario von Sergey Radlov, der es für Prokofiev schrieb. Es ist eine Version mit Happy End, also nicht die von Shakespeare. Bislang blieb unchoreografiert, was der Musikologe Simon Morrison nun aus der Originalversion restaurierte. Leon Botstein dirigierte die Musikfunde zur Uraufführung vor dem American Symphony Orchestra in New York – effektvoll.
Aber es ist schwer, daraus ein neues «Romeo & Juliet» zu schaffen.
Es ist auch schwer, etwas zu kritisieren, das man nur mit ähnlichen Produktionen vergleichen kann. Die meisten Choreografen trennen die sich hier bekämpfenden Familien, die Montagues und Capulets, einfach farblich voneinander. Morris setzt dagegen auf bestimmte Gesten, die immer wieder die andere Seite verhöhnen (da hat man als Uneingeweihte ziemlich Mühe, die je unterschiedliche Gestensprache genau zuzuordnen). Gewöhnlich treibt und wogt das Volk, hebt Kelche und winkt.
Morris lässt sie auch an Brettspiele ran, ihre Muskeln zeigen und flirten. Dieser sofort etwas übervolle Bewegungsrhythmus folgt aber einer guten Logik. Denn Morris kombiniert konsequent Prosaisches mit ...
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