Mariana Zanotto
Noch ist sie Gruppentänzerin im Hamburg Ballett. Im verflixten siebten Jahr startete die bühnenpräsente 27-jährige Brasilianerin durch. Sie profilierte sich in mehreren Solopartien, weckte bereits in der ersten Spielzeit-Premiere als Mädchen in John Neumeiers Choreografie von Maurice Ravels «Daphnis und Chloë» Aufmerksamkeit und Neugier. Mariana Zanotto gab der leicht ins Sentimentale abgleitenden Rolle der Chloë eine frische, selbstbewusste Direktheit und meisterte souverän die technischen Schwierigkeiten.
Kein blasses Internatsmädchen kaperte sich da einen unsicheren Träumer (ebenfalls ideal besetzt, der sinnliche Alexandr Trusch). Vielmehr entschließt sich eine junge Frau mit Temperament zu handeln und sich zu holen, was sie will.
Der Schotten-Pas-de-deux aus «La Sylphide» und ein Duett in «Verklungene Feste» folgten. Charme, psychologische Einfühlung, eine ungeküns-telte, spontan wirkende Ausdruckskraft zeichnet ihre Darstellung aus. Bei aller Initiative und Kraft bewahrt sich Zanotto eine unschuldige Anmut und natürliche Grazie, die sie als Marie in Neumeiers «Nussknacker» voll auszuspielen versteht. Die verführerische Kokotte Olympia in «Die Kameliendame» erweiterte noch ...
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