Roman Novitzky
Wie macht er das nur? Tanzen, choreografieren, fotografieren, mitten in der Saison eine wichtige Premiere, kurz danach die erste Ausstellung? Roman Novitzky ist bei allem, was er anpackt, nicht das, was man einen Tausendsassa nennt. Bewundernswert am Ersten Solisten des Stuttgarter Balletts ist weniger, wie er als Multitalent alles unter einen Hut bekommt. Hoffnungsfroh stimmt eher die Ernsthaftigkeit, mit der er Dinge angeht und sich Wege eröffnet, die über den Tanz hinausweisen.
Ob Dramaturgie, Bildschnitt, Lichtverhältnisse: Als Choreograf wie als Fotograf mit Kunstanspruch ist es wichtig, einen Schritt zurücktreten zu können, um aus der Distanz den Überblick zu wahren.
Novitzky kann das, und ist doch mit seinen Tanzbildern auch mittendrin, wenn er während der Vorstellungen aus den Seitengassen die Kollegen beobachtet, ihre Konzentration zuspitzt, flüchtige Emotionen festhält. Durch ungewöhnliche Perspektiven überraschen seine Fotografien, nachklickbar unter www.romannovitzky.com. Wie flüchtig der Tanz ist, weiß der Slowake aus eigener Erfahrung, als Solist steht er auf der Bühne oft genug seinen Mann, als eleganter Onegin so überzeugend wie als Muskelprotz in Glen Tetleys ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 168
von Andrea Kachelrieß
Der Begriff home wird beschrieben als «der Ort, an dem man dauerhaft lebt, insbesondere als Mitglied einer Familie oder eines Haushalts». Wenn Kinder zu tanzen anfangen, kann ihr home jeder beliebige Ort sein, an dem sie von Eltern oder anderen Verwandten erzogen und versorgt werden: ein Ort, um anzukommen, die Hausaufgaben zu erledigen und gemeinsam mit der...
Das Fernsehen machte ihn quasi über Nacht bekannt. Der Dokumentarfilm «Dance or Die» des Regisseurs und Journalisten Roozbeh Kaboly,- für die niederländische TV-Serie «Nieuwsuur» 2016 produziert, schildert, wie sich der junge Syrer Ahmad Joudeh seinen Traum, Tänzer zu werden, erfüllt hat – trotz Krieg und väterlichem Widerstand.
Joudehs Geschichte hat in den...
Heute über Heimat zu sprechen, heißt häufig über ihren Verlust zu reden. Die Sehnsucht nach heimatlicher Zugehörigkeit tritt ein, wenn man sie gerade zu verlieren scheint oder bereits verloren zu haben glaubt. «Heimatverlust» bewirkt einen Phantomschmerz, meist bleibt er unerlöst. Die äußere Heimat – der Boden, der Wald, das Land, der Raum – ist faktisch ja nach...
