Marguerite Donlon
Es ist fast aus den Schlagzeilen verschwunden, das große Kompaniesterben. Vielleicht, weil sie so leise weinen, dass sie einem nicht mal Leid tun. Freiburg, Heidelberg, Eisenach stehen auf der Kippe, und beinah: Saarbrücken. Bis die Meldung kam, dass die dortige Ballettintendantin Marguerite Donlon ihren Vertrag bis 2009 verlängert, weit über die Amtszeit ihres Intendanten Kurt Schildknecht hinaus. Der brach einen sehr unlangweiligen Bürgerprotest vom Zaun.
Nirgendwo in Saarbrücken konnte man einkaufen, ohne dass der Ladenbesitzer eine Unterschrift für den Erhalt des Staatstheaters einwarb. Aus dieser von allen Bürgern geführten Debatte, wozu der große Bühnenklotz am Ufer der Saar überhaupt gut sei, ging Marguerite Donlon als «Botschafterin des Saarlands» hervor. Ihre Truppe ist kein nur lokales Event mehr; ihre Arbeiten sind auf Tournee und im Fernsehen zu sehen. An der Randlage Saarbrückens ändert das nichts, aber an der Wahrnehmung dieses Scharniers zwischen Deutschland und Frankreich mittels einer rotzfrech choreografierenden Irin. Zuletzt hat sie für 105 Kinder der Staatlichen Ballettschule Berlin «Die Roten Schuhe» als Straßenfeger hingelegt, ohne Kindersüße, unprätentiös, ...
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Das wäre doch eine hübsche Idee: Wir behaupten, der Tanz gehört dem Zuschauer. Und weil er ihn nicht einfach aus dem Theater mit nach Hause nehmen kann, kann er ihn sich als Tanzdokumentation dauerhaft habhaft machen. So, wie ein Poster zwar keine Gemälde ersetzt. Aber immerhin. Das Video oder die DVD erhält er gegen eine kleine Gebühr. Versteht sich.
Wollte man...
