Machtgefälle
In «Giselle» geht es um soziale Unterschiede. Die Liebe zwischen der Titelheldin und Albrecht scheitert an den gesellschaftlichen Barrieren und der Feigheit des Mannes, zu seiner nicht standesgemäßen Liebe zu stehen. Hier setzt die Neuinterpretation des schwedischen Choreografen Pontus Lidberg am Theater Basel an. Bei ihm geht es nicht wie im Originallibretto um die Gegensätze zwischen Adel und Bauerntum, sondern um die Unterschiede zwischen gesellschaftlich Etablierten und Zugewanderten.
Giselle und ihre Mutter sind bei Lidberg Migrantinnen, die als Putzfrauen bei Albrechts wohlhabender Familie arbeiten. Hilarion sichert das Anwesen als Wachmann. Die Liebelei zwischen Albrecht und der Reinigungskraft Giselle zeigt sich während des ersten Akts in einem verspielten Pas de deux mit zärtlichen Gesten. Lidbergs Version brilliert mit extravaganten Hebungen, lebt aber auch von kleinen, individuellen Berührungen der Hände und Füße, die die Sehnsucht nach Nähe und Vertrautheit ausdrücken. Das funktioniert von Anfang an gut zwischen der anmutigen Tänzerin Serena Landriel als scheuer, verletzlicher Giselle und Max Zachrisson als sportlich-elegantem Herzensbrecher im Tennisdress.
Als ...
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Tanz Februar 2023
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Martina Wohlthat
Barbusig sitzt die dunkelhaarige Frau im Schneidersitz, auf den Knien ein Schwert, der Blick selbstbewusst auf den Betrachter gerichtet: Kunst, Tanz, Verführung, und, auch das, Gewalt. Der nackte Oberkörper mag erotisch aufgeladen sein, der Blick die Grenze zwischen Bild und Betrachter überwinden, aber die Klinge des Schwerts blitzt bedrohlich. Bruno Piglheins...
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Bad Soden
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Dipl. Ballettpädag. Ballett/Jazz/Modern/Charakter/tänzerische
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