Lutz Förster

Lutz Förster tanzte bei Pina Bausch und Robert Wilson, er sitzt im Beirat der Stiftung Pina Bausch und leitet die Abteilung Tanz an der Folkwang Hochschule in der Kulturhauptstadt Essen. Jetzt hat Jérôme Bel sein Leben inszeniert.

Tanz - Logo

Wen immer der französische Choreograf Jérôme Bel berührt, der fährt in die Hölle der Aufmerksamkeit. Véronique Doisneau, eine Gruppentänzerin des Pariser Opernballetts, machte er kurz vor ihrem offiziellen Karriereende berühmter, als es manche Solistin war. Vom thailändischen Tanz wüsste Europa wenig, hätte Jérôme Bel aus Pichet Klunchun nicht einen weltweiten Botschafter geschnitzt. Die Brasilianerin Isabel Torres gilt erst durch ihn in ihrer Heimat als bekannte Tänzerin. Das Erbe von Merce Cunningham übergab Jérôme Bel zuletzt großherzig dem Tänzer Cédric Andrieux.

Auch Lutz Förster, den langjährigen Tänzer des Wuppertaler Tanztheaters und Leiter der Tanzabteilung der Folkwang Hochschule in Essen, hat er geadelt: mit dem Stück «Lutz Förster».

Lutz Förster, das unterscheidet ihn von den anderen, ist kein unbekanntes oder übersehenes Licht. Höchstens ein unterschätztes. Schon sein erster Schritt auf die leere Bühne zeigt den Souverän, der eher Jérôme Bel zuliebe jene Bescheidenheit an den Tag legt, sich überhaupt vorstellen zu müssen. Jeder, denkt man, kennt Lutz Förster als Tänzer in Pina Bauschs «Blaubart», «Danzón», «Bandoneon», «Nelken», «Kontakthof», «Ahnen», ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2009
Rubrik: Portrait, Seite 50
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Boris Charmatz

Boris Charmatz ehrt beim Festival d’Automne in Paris den Großmeister des Tanzes, Merce Cunningham. Die Feierlichkeiten um den am 27. Juli verstorbenen amerikanischen Tanzavantgardisten reißen also nicht ab. In «50 Years of Dance» betrachtet der Leiter des Choreografischen Zentrums in Rennes das Buch «Merce Cunningham: Fifty Years» des Cunningham-Mitarbeiters David...

Skinner Releasing Technique

In der von der Amerikanerin Joan Skinner entwickelten Releasing Technique gilt: Weniger ist mehr. Während konventionelle Tanztechniken ihre Methoden aus dem «Mehr» entwickeln – höher, schneller, weiter oder auch multi- statt zweidirektional – lehrt eine Klasse der Skinner Releasing Technique vor allem das Loslassen: «letting go» ist das Grundprinzip dieser Tanz-...

Wigman Aneignung

Klingt paradox: Ein Lateinamerikaner rekonstruiert deutschen Ausdruckstanz. Aber schon in seiner Ausbildung in Quito lernte der Tänzer aus Ecuador Mary Wigmans Namen kennen. Den Elementen des modernen deutschen Tanzes wollte er auf die Spur kommen, beschäftigte sich nach dem Studium bei P.A.R.T.S. in Brüssel als Residenzchoreograf am K3-Zentrum in Hamburg mit...