Ludica
Ludica
«Anmerkung 134»
Pier Paolo Pasolini war Bürger und Revolutionär, Poet und kommunistischer Provokateur, Katholik und Ketzer. Bei diesem italienischen Intellektuellen (1922 – 1975), der gegen einen Linksfaschismus polemisierte, brachen sich die Widersprüche. Sein Tod wurde nie aufgeklärt: Ein verurteilter Stricher widerrief sein Geständnis. Der Verdacht, dass es sich um einen Auftragsmord des italienischen Geheimdienstes handelte, wurde nie ausgeräumt.
Eine solche Figur zwischen Kultur und Subkultur mit ihrer Sehnsucht nach einer ursprünglichen, erdverwurzelten Gesellschaft und ihrer homosexuellen Lust «beim Betrachten der Kniekehlen fußballspielender Jungen» hat natürlich einen wie Johann Kresnik inspiriert. 1986 schrieb er Pasolini in Heidelberg ein «Testament des Körpers» auf den Leib und zelebrierte obszöne Schwarze Messen. Das italienisch-japanische Künstlerkollektiv Ludica geht da sehr viel feinfühliger vor.
Der Choreograf und Tänzer Morgan Nardi und die Raum- und Videokünstlerin Naoko Tanaka begnügen sich mit einem respektvollen Blick auf Leben und Werk des Filmemachers und Schriftstellers. Sie haben Splitter gesammelt, ästhetisiert und zu einem Bilderkosmos aus ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tatjana Barbakoff
war die Goldenen Zwanziger Jahre in Person. Ihre Soloauftritte in Berlin inspirierten zahllose Maler und Fotografen ihrer Zeit. Die Portraits der wunderschönen, aus Lettland stammenden Tänzerin sind zahlreich – und nun in Düsseldorf, im Kultur Bahnhof Eller, noch bis zum 1. März zu sehen. Barbakoff hatte weder Vorbilder (obgleich manche Bilder sie...
Will ein Tänzer oder Choreograf nicht nur für einen Workshop, sondern dauerhaft in den USA arbeiten, vergibt die US-Regierung ein Visum speziell für Künstler: das O-1 für Extraordinary Aliens, für Fremde mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, das einer Green Card entspricht. Man muss «nur» beweisen, wie extraordinär man wirklich ist. Svea Schneider, eine deutsche...
Christian Rach verlautbarte in der Kulturbeilage des Hamburger Magazins Der Spiegel: «Für mich hat Kultur zwei Aufgaben; entweder den Finger in die Wunde zu legen oder eine Welt zu schaffen, in der man sich verlieren kann. Beiden Aufführungen, dem ‹Nussknacker› des Russischen Staatsballetts und der Pferdeshow ‹Apassionata›, gelingt genau das.»
Rach, 51, ist...
