Lucinda Childs «Four New Works»

Berlin

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Schemenhaft erkennt man Sportler in Anri Salas Videoinstallation «For Geranium, 2024»: gepanzerte Footballer, roboterhafte Menschmaschinen, die kurz einem Ball hinterherjagen, bevor sie wieder in der digitalen Unschärfe verschwinden. Erst nach einigen Minuten betritt die Performerin die Bühne: Lucinda Childs, 84 Jahre alt, barfuß im Arbeitsoverall, konzentriert, unendlich langsam.

Childs ist an ein Tau gebunden, hinter der Bühne bewegt sich der Tänzer Kyle Gerry als Gegengewicht und steuert die Performance: Das Stück «Geranium» (als Rekonstruktion eines Solos aus dem Jahr 1965, damals noch ohne Salas Bühneninstallation) wird so zu einer Studie über Bewegung, Zielrichtung, Geschwindigkeit, Koordination, auch über die Körperökonomie des Sports. Und es wird zur Feier eines alten Körpers, der nicht das macht, was man vom alten Körper erwartet, der sich auflehnt, der gleitet, der immer wieder hochästhetisch am Tau schwingt. Childs, die Legende des postmodernen Tanzes aus den 1960ern, ist noch einmal auf die Bühne gekommen, gerufen von András Siebold, dem Leiter des Hamburger «Internationalen Sommerfestivals», um drei neue Stücke im Produktionshaus Kampnagel zu zeigen sowie die ...

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Tanz Dezember 2024
Rubrik: Kalender, Seite 28
von Falk Schreiber

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