lodz: «john moran and his neighbor saori (in thailand)»
John Moran ist ein Spinner. Ein Erleuchteter. Wundersam perfekt komponiert er auf der Bühne Kunst und Leben zusammen, ohne eitel, schnoddrig oder verklärt zu tun, mit dem zurückhaltenden Duktus eines «Ich erzähl mal was». Guten Abend, sagt er, stellt sich vor, auch seine Brooklyner Nachbarin Saori Tsukada, die neben ihm steht. Später erklärt er uns die inneren Metronomzahlen der Performance.
Auf der Farm seiner Kindheit beschloss er, Jahrgang 1965, Ludwig van Beethoven zu werden. «Der war nicht in einer Band.
Er schaute in die Ewigkeit», sagt Moran, seine grimmige Miene imitiert die Komponistenbüste im Elternhaus. Schmal, klein, schwarz gekleidet, steht er an der Bühnenkante und erzählt, dass ihm sein Mentor Philip Glass ihm riet, dreißig Jahre lang jedes Jahr eine Oper zu schreiben. Einen Teil davon habe er geschafft, doch nach einer zu teuren Produktion war alles weg: Karriere, Wohnung. Mit der Tänzerin Saori macht er nun seit sechs Jahren Shows. Vor einem Visaproblem floh er nach Thailand, wo es billig ist. «Ich gehe nie wieder zurück», sagt er leise. Mit dem Abschied von Saori beginnt das eigentliche Stück.
Sie schweigt, eine Tür schließt sich, die seine Stimme dämpft; sie ...
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