Lob der Provinz

Ist es egal, wo man tanzt? In der Großstadt oder in dem, was kleinere Geister so merkwürdig verbiestert die «Provinz» nennen? Sind, zum Beispiel in Eisenach/Thüringen, Karrieren möglich? Wird man dort entdeckt? Durchaus und auch zu Recht

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«Tomek hat gesagt, dass man hier ganz leicht wieder wegkommt», erinnert sich Joe Monaghan an sein erstes Gespräch mit Tomasz Kajdanski. Drei Jahre danach kann er darüber nur lachen. Klar, Eisenach liegt mitten in Deutschland. Die Wege sind nicht weit, wenn man irgendwo vortanzen will. «Vielleicht hat er es an meinem Kulturschock gemerkt», mutmaßt er, «den ich nach meiner Ausbildung in London hier erfahren habe, und er wollte mich einfach nur trösten.» Hauptsache Deutschland. Da fließt zwar nicht Milch und Honig.

«Aber dort findet sich immer», zitiert Monaghan seine Lehrerin an der Rambert School for Ballet and Contemporary, «ein Platz zum Tanzen.»

Ballett in der Provinz: ein Kapitel für sich. Keine Ahnung, wo Eisenach liegt. Kajdanski, der gebürtige Pole, konnte mit dem Namen immerhin etwas verbinden: Wartburg, Auto und die Geburtsstadt von Johann Sebastian Bach, bei dem er sich noch immer fragt: «Wieviel Kinder hatte der eigentlich?» Einzig Ramona Seeck, in Greifswald geboren und an der Staatlichen Ballettschule Berlin ausgebildet, lernte den Ort ihrer tänzerischen Taten als Kind bei einem Ausflug kennen («ein Esel-Ritt auf die Wartburg inklusive»). Alle anderen hatten nicht die ...

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Tanz Juni 2007
Rubrik: Report, Seite 50
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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