Live
«Am Anfang dachten wir, es ist vorübergehend», heißt es in dem Film, der es nicht mehr geschafft hat, rechtzeitig ins Kino zu kommen: «die geschlossenen Schulen, die leeren Supermärkte, die Kontrolle, die Angst, die Konzerte ohne Publikum.»
Kein Hund wagt sich mehr auf die hell erleuchteten Straßen. Verboten sind alle Versammlungen mit über 20 Teilnehmern.
Und wenn sich dennoch mehr Menschen in abseits gelegenen Gebäuden oder Gewächshäusern konspirativ zusammenfinden, um endlich wieder einmal Musik leibhaftig zu erleben – live! –, werden sie gnadenlos niedergeknüppelt. Der Terror von Staats wegen kennt kein Erbarmen. Immer wieder gibt es Tote. Wer das Glück gehabt hat, schwer verletzt davonzukommen, läuft Gefahr, am Unwiederbringlichen zu verzweifeln.
Vor vier Jahren hat Lisa Charlotte Friederich das Drehbuch zu ihrem Debütfilm geschrieben, inspiriert durch die Ereignisse vom 13. November 2015, bei dem knapp hundert Konzertbesucher im Pariser Bataclan einem islamistischen Anschlag zum Opfer fielen. Lisa Charlotte Friederich hat damals die gegenwärtige Pandemie nicht einmal im Ansatz ahnen können, und dennoch zeigt sie in «Live» nicht nur den Lockdown, sondern auch das völlig ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Februar 2021
Rubrik: warm-up, Seite 1
von Hartmut Regitz
Weiße Turnschuhe schnurren über ein Autodach, samtweich wie Katzenpfoten und angriffslustig nach Art eines Dschungeltigers. Ringsum ducken sich Vorstadthäuser in akkurat getrimmte Rasenflächen. Gleichwohl ist der Reichtum hier nicht zu Hause. Das verrät ein Kameraschwenk über farbrissige Fassaden und verschlissene Fenster. Der Mann auf dem Autodach ist ganz in der...
Ausschreibungen
Das nächste «Tanztreffen der Jugend» findet vom 17. bis 24. September im Haus der Berliner Festspiele statt. Gesucht werden Stücke von und mit Jugendlichen, die allein oder unter professioneller Anleitung ihre eigenen Themen finden und diese mit zeitgenössischen und/oder urbanen Bewegungssprachen in eine künstlerische Form bringen. Einsendeschluss:...
«Ursula Pellaton bewegt während den Interviews ihren Oberkörper kaum, nur die Schultern zucken hin und wieder, kippen ein wenig zur Seite. Der Brustkasten hebt und senkt sich. Der Torso ist gehalten, vertikal aufgerichtet, gleich wie an der Stange im Ballettstudio, wo Ursula Pellaton bis heute wöchentlich trainiert.» Nach Lockerheit klingt das nicht, und doch lesen...
