Liebespein
An Konflikten mangelt es nicht. Deshalb nimmt es auch nicht Wunder, wenn zumindest hierzulande Prokofjews Ballett «Romeo und Julia» in dieser Saison auf den Spielplänen vieler Theater steht. Der sich weiter zuspitzende Krieg zwischen den beiden Brudernationen Russland und Ukraine, der ganze Familiengenerationen spaltet: das hätte eine gute Folie abgeben können, um Shakespeares Vorlage in neuem Licht erscheinen zu lassen.
Ja, selbst die von so vielen als Zerreißprobe empfundene Wahl in den Vereinigten Staaten wäre als Hintergrund denkbar gewesen, um ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit zu formulieren.
Weder Michal Sedláček an den Bühnen Halle noch Lauren Lovette beim Leipziger Ballett haben sich bei ihren choreografischen Uraufführungen von tagespolitischen Überlegungen leiten lassen, um die unverminderte Aktualität des Stücks zu unterstreichen. Sedláček interpretiert die Handlung als Konkurrenzkampf zweier Modelabels, wohl auch um optisch attraktiv punkten zu können. Auch seine amerikanische Kollegin wagt bei ihrem Deutschland-Debüt den Versuch, «Romeo und Julia» im Hier und Heute zu verorten. Für sie ist erkennbar das Leipziger Opernhaus selbst die Ausgangsbasis, um den Stoff als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2024
Rubrik: Produktionen, Seite 12
von Hartmut Regitz
Screening
NDT 2
Zwischen den Jahren macht sich ganz gern der eine oder andere Durchhänger breit: Weihnachten ist abgefrühstückt, das Jahresende in Sicht. Statt sich in düsteren Politbilanzen zu ergehen, lieber einer herausragenden Nachwuchstruppe zuschauen: Das Nederlands Dans Theater 2 ist zwei Tage lang mit Marcos Moraus «Folkå» und Nadav Zelners gerade erst...
«Sie haben gestern Abend ‹La Fille mal gardée› in Covent Garden gesehen? Wie war’s denn?» Der mich das Anfang der 1970er-Jahre fragte, während wir im Salon seines Hauses in Chelsea saßen, war Sir Frederick Ashton: 1904 geboren, wäre er 2024 120 Jahre alt geworden. Tänzer, Choreograf und von 1964 bis 1970 Direktor des Royal Ballet in London, verdankt die...
Auditions
Der Friedrichstadt-Palast Berlin
veranstaltet am 6. und 7. Januar 2025 ein Vortanzen auf Einladung. Eine professionelle Ballettausbildung ist für Bewerber:innen Voraussetzung. Fähigkeiten in zeitgenössischem Tanz, Commercial, Heels Dance, Jazz und Akrobatik sind willkommen. Bewerbungen bitte bis 19. Dezember 2024 an audition@palast.berlin
Staatsballett...
