Letzter Tanz
Es ist vorbei. Seit 2020 bilden Sofiia Stasiv und Denis Cvetković das kleine Tanzensemble am Theater der Jungen Welt in Leipzig und haben alleine, zusammen oder in Cross-Over-Produktionen mit Schauspiel und Figurentheater Tanz für junges Publikum gemacht. Sogar für ein ganz junges, denn mit Stücken wie «Wuchs» oder «Wirbel, Wickel, Weich» haben sie explizit die jüngste Zielgruppe in den Fokus genommen: Kinder ab zwei Jahren.
Beide haben zeitgenössischen Tanz studiert, Stasiv in Linz, Cvetković in Zürich und kamen auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie im Erstengagement ans Theater der Jungen Welt, das die Dramaturgin Winnie Karnofka damals frisch übernommen hatte. Sie hatte bereits Erfahrungen mit Tanz für junges Publikum gesammelt und wollte dies stärker am eigenen Haus verankern.
Ende einer Reise
Tatsächlich gehört Tanz an den städtischen Kinder- und Jugendtheatern inzwischen wie selbstverständlich dazu. Auch das Programm «Explore Dance» zeigt Tanz für Kids und ist eine Erfolgsgeschichte. Jetzt aber liefern Stasiv und Cvetković mit «100 Goodbyes – Wie übt man Abschied?» ihr ganz persönliches Bye-Bye. Eine Performance zwischen Abschiedsgesten und einer Bucketlist, mit all den ...
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Tanz Mai 2025
Rubrik: Praxis, Seite 70
von Torben Ibs
Erste Premiere, erste Pause: Im Parkett, vor Reihe 12 des Leipziger Opernhauses, hat sich eine kleine Menschentraube gebildet. «Bon soir», «Hello», «Hola» schallt es kreuz und quer, man liegt sich in den Armen, Freunde begrüßen einander. «Lange nicht gesehen, comment ça va?» Ein Kopf ragt ein wenig über die anderen hinaus – strahlendes Lächeln im Gesicht. Rémy...
Fünfzehn Individualist*innen betreten die Bühne, in Jogginghosen, Röcken, Jacken, Shirts. Ein paar tragen Söckchen, manche sind barfuß. Spitzenschuhe trägt niemand (Kostüme: Laura Hopkins). Diese heterogene Bekleidung ist symptomatisch für den Tanzabend des postdramatischen Theaterregisseurs Tim Etchells und der Bildenden Künstlerin Vlatka Horvat: Es geht nicht...
Wenn Londiwe Khoza in Ohad Naharins «Momo» auf die Bühne kommt, haben die vier Männer – nackter Oberkörper, Army Trousers und Stiefel – schon im Gleichschritt ein paar Runden gedreht. Sie, barfuß, balanciert auf den Ballen Schritt für Schritt in eine seltsame Gesellschaft: Da die muskulösen Kerle, auf der anderen Seite eine queere Gruppe, die miteinander,...
