Leserinnenbrief

Zu Jessica Teagues «Frauen vor» in tanz 4/18

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Jessica Teague hat recht. Frauen haben auf der Tanzbühne etwas zu suchen und sollten das tun: Autorschaft – oder etwa Autorinschaft? Tatsächlich ist es beklagenswert, dass nicht mehr von Frauen geschaffene Choreografien den Weg auf die Bühne finden. Aber hier muss das Klagen bereits wieder aufhören: beim Zählen der von Choreografen und von Choreografinnen aufgeführten Stücke. Das scheint mir als wissenschaftliche Fragestellung nur vordergründig interessant. Erbsen, pardon, Männer und Frauen zählen war gestern, vorgestern.

Spannender finde ich die Frage, was Frauen, so sie denn choreografieren, auf die Bühne bringen. Da fällt nämlich auf, dass sie die Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts maßgeblich mitgeschrieben haben. Choreografinnen haben Paradigmenwechsel eingeleitet, neue Tanztechniken entwickelt, neue Theaterformen erfunden, neue Bildhaftigkeit. Isadora Duncan, Mary Wigman, Martha Graham, Yvonne Rainer, Trisha Brown, Pina Bausch, Anne Teresa De Keersmaeker und einige andere mehr – sie alle haben schul- und stilbildende Arbeit geleistet.

Der von Jessica Teague konstatierte Anteil der Frauen unter den Choreografen steht also im krassen Gegensatz zu ihrem Anteil an der ...

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Tanz Juni 2018
Rubrik: Side Step, Seite 24
von Lilo Weber

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