Leserbriefe
Hummeralbträume
TANZEN HEISST, ATLANTIS AUF DEM RÜCKEN EINES RIESENKREBSES ZU DURCHQUEREN
Sehr geehrte Frau Leichtentritt, nachdem ich zufällig in Poitiers bei meinem balletomanen Zahnarzt auf eine ganze Sammlung alter Ausgaben ihrer Tanzzeitschrift gestoßen war, machte ich mich mit Erstaunen daran, Ihren faszinierenden Artikel über George Balanchine und dessen unvollendetes Ballett «Cauchemars de homards» («Hummer-Alpträume») zu entziffern.
Verblüfft dessen Seiten durchblätternd, überrascht dessen Illustrationen betrachtend, fühlte ich mich sogleich in vertrauter Umgebung, oder besser gesagt «vertrauten Gewässern», ohne mir aber zu vergegenwärtigen warum …
Natürlich kenne ich Gaston Bachelards «L’eau et les rêves»; in meiner Kindheit habe ich, wie ja übrigens auch George Balanchine, «Vingt Mille Lieus sous les Mer» von Jules Verne verschlungen und bin damals buchstäblich stundenlang zwischen den Zeilen dieses wunderbaren Textes und in den unzähligen feingerasterten Illustrationen untergetaucht.
Während ich dann mein altes, von J. Hetzel und Compagnie publiziertes Exemplar wieder zur Hand nahm und wie einst mit einer Lupe die Riesenhummer und Titankrabben auf Seite 296 untersuchte, ...
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Tanz August/September 2005
Rubrik: Magazin, Seite 16
von Jacques Queue d’Ageasse, Dick Hurliman, Baxter & Stone Booksellers, Ottilie Dreucker-Homolka
Ein weiter, hoher Studioraum, der mit schwarzem Tanzboden ausgelegt ist, drei niedere weiße Podeste um eine großzügige Freifläche, auf einem davon steht eine bequeme Couch, auf der gleich jemand erschossen wird. Im Hintergrund eine Bar. Im Choreographic Centre Linz (CCL), das gerade seinen zweiten Geburtstag mit einer Aufführungsreihe unter dem Titel...
«Erinnerungen, das sind nur Fragmente, die Assoziationen auslösen, einige Brocken, deren Lücken dann die Fantasie ausfüllt.» So spricht kein Neurologe, sondern ein Choreograf, der dann sagt: «Erinnerung bilden durch Wiederholung die dann entstehenden und gestärkten neurologischen Netzwerke, die in einem chaotischen Register nach Wichtigkeit geordnet sind.» Wie nur...
Muscle memory doesn‘t exist, according to Deborah Bull, ex-Principal dancer with the Royal Ballet and currently artistic director of ROH2 at the Royal Opera House. Muscle memory was a subject she explored for her 2002 Dancer’s Body television series for BBC2. Such was the interest in her research and experience that after the series she was invited to deliver a...
