Leserbriefe
Hummeralbträume
TANZEN HEISST, ATLANTIS AUF DEM RÜCKEN EINES RIESENKREBSES ZU DURCHQUEREN
Sehr geehrte Frau Leichtentritt, nachdem ich zufällig in Poitiers bei meinem balletomanen Zahnarzt auf eine ganze Sammlung alter Ausgaben ihrer Tanzzeitschrift gestoßen war, machte ich mich mit Erstaunen daran, Ihren faszinierenden Artikel über George Balanchine und dessen unvollendetes Ballett «Cauchemars de homards» («Hummer-Alpträume») zu entziffern.
Verblüfft dessen Seiten durchblätternd, überrascht dessen Illustrationen betrachtend, fühlte ich mich sogleich in vertrauter Umgebung, oder besser gesagt «vertrauten Gewässern», ohne mir aber zu vergegenwärtigen warum …
Natürlich kenne ich Gaston Bachelards «L’eau et les rêves»; in meiner Kindheit habe ich, wie ja übrigens auch George Balanchine, «Vingt Mille Lieus sous les Mer» von Jules Verne verschlungen und bin damals buchstäblich stundenlang zwischen den Zeilen dieses wunderbaren Textes und in den unzähligen feingerasterten Illustrationen untergetaucht.
Während ich dann mein altes, von J. Hetzel und Compagnie publiziertes Exemplar wieder zur Hand nahm und wie einst mit einer Lupe die Riesenhummer und Titankrabben auf Seite 296 untersuchte, ...
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Tanz August/September 2005
Rubrik: Magazin, Seite 16
von Jacques Queue d’Ageasse, Dick Hurliman, Baxter & Stone Booksellers, Ottilie Dreucker-Homolka
New York City Ballet last performed George Balanchine’s three-act “Don Quixote“ in 1978. Balanchine died five years later. It was widely assumed that his problematic dance version of Cervantes’ famous book had died with him. However, “Mr. B” bequeathed “Don Quixote“ to Suzanne Farrell, the accomplished ballerina who created the role of Dulcinea in the work’s 1965...
«Erinnerungen, das sind nur Fragmente, die Assoziationen auslösen, einige Brocken, deren Lücken dann die Fantasie ausfüllt.» So spricht kein Neurologe, sondern ein Choreograf, der dann sagt: «Erinnerung bilden durch Wiederholung die dann entstehenden und gestärkten neurologischen Netzwerke, die in einem chaotischen Register nach Wichtigkeit geordnet sind.» Wie nur...
Kaum war mein Artikel über Balanchines unvollendete «rjivfhs jvfhjd» in der Oktobernummer 2003 von ballet-tanz erschienen, steckte ich bereits wieder über beide Ohren im Schreiben eines Ballett-Szenarios für den Komponisten Philippe Fénelon und den Choreografen Daniel Larrieu nach Jorges Luis Borges weltberühmter Kurzgeschichte «Las ruinas circulares» – als sich...
