«Le Songe»

Jean-Christophe Maillot hat sich mitten im Winter Shakespeares «Sommernachtstraum» vorgeknöpft. «Le Songe» heißt das Wunderwerk in Monte Carlo.

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Jean-Christophe Maillot träumt. Wird man ja noch dürfen. Der Choreograf und Direktor der Ballets de Monte-Carlo träumt, dass sich Kulturen kreativ begegnen, ohne  ihre Eigenart einzubüßen. Träumt, dass am Ende einer künstlerischen Entwicklung solche  Tänze dominieren, die sich nicht mehr nach ihrer Herkunft erklären, sondern sich einer strikten Klassifizierung entziehen: etwas Neues, etwas Hybrides, das Kategorien wie «klassisch» oder «modern» obsolet erscheinen lässt.

So etwas wie die Ballets de Monte-Carlo, die sich Choreografien von Maurice Béjart, David Dawson oder William Forsythe gleichermaßen anverwandeln wie große Klassiker. Seine artistes chorégraphiques, so sagt er, sind Alleskönner. Und keine Solistin auf der Welt vereint eine «erwachsene» Erotik mit einer solchen Stärke wie Bernice Coppieters. Sie ist einzig.
«Le Songe» heißt das neue Opus von Jean-Christophe Maillot, das die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Kompanie eröffnet. Es  meint einen Traum, den nicht der Schlaf, sondern das Bewusstsein gebiert. Taghell ist das Stück, das Maillot im abgrundtiefen Grimaldi-Forum inszeniert. Die Handwerker, die den Palast des Theseus zum Ort ihrer Theatergroteske ...

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Tanz Februar 2006
Rubrik: Premiere, Seite 8
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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