la esmeralda

Das Staatsballett Berlin präsentiert einen legendären Klassiker.

Tanz - Logo

Die Kathedrale von Notre-Dame in Paris sieht man schemenhaft gemalt im Hintergrund. Quasimodo, der bucklige Glöckner, hat hier eine bessere Statistenrolle, die schöne Zigeunerin Esmeralda muss natürlich nicht sterben, sondern wird zum Happy End mit ihrem blonden Hauptmann Phœbus vereint. Im stark romantisierten Paris der Ballettbühne versinkt Victor Hugos Romanklassiker in Gauklerfolklore. Nach dramaturgischer Plausibilität darf man hier genauso wenig fragen wie in «La Péri» oder in «Le Corsaire».

Von Interesse ist «La Esmeralda» beim Staatsballett Berlin allein als Blick zurück in die Balletthistorie. Den riskieren die großen Ballettkompanien immer lieber.


Russische Brille

Wo die Suche nach neuen Abendfüllern aus der Gegenwart regelmäßig scheitert – weil kaum mehr Choreografen im Breitwandformat erzählen –, gehen sie immer tiefer in die Vergangenheit, in diesem Fall noch vor Marius Petipa in die Glanzzeit des romantischen Balletts. Nur 13 Jahre nach dem Erscheinen von Hugos Roman wurde «La Esmeralda» 1844 in London uraufgeführt und fiel sogar ein wenig aus dem romantischen Schema. Die Heldin ist kein bleiches Luft- oder Zauberwesen, sondern eine höchst lebendige, freiheitsliebende ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2011
Rubrik: produktionen, Seite 16
von Angela Reinhardt

Weitere Beiträge
brüssel: kunstenfestivaldesarts

Was denkt die Dame in der Metrostation «Botanique/Kruidtuin», was führt sie im Schilde? Mariano Pensotti aus Buenos Aires erfindet ihre Geschichte im öffentlichen Raum: Anonyme erhalten ein Gesicht. Das Miniaturstadion von Jozef Wouters und Menno Vandevelde aus Antwerpen, das beide am Oude Graanmarkt errichten, lädt zum Betanzen ein, die isländische Choreografin...

tv-tipps

arte, www.artepro.com

1. Mai, 6.00h: «Le sacre du printemps», Mariinski-Ballett, St. Petersburg

7. Mai, 5.00h: «Nichts als Tanzen», John Neumeiers Hamburg Ballett, Dokumentation von Bettina Pohlmann, D 2010

20. Mai, 3.55h: «Stepptanz – Einfach Klasse!», Dokumentation, F 2006

23. Mai, 00.20h: «Schneewittchen», Ch.: Angelin Preljocaj, Ballet Preljocaj, F 2009

29. Mai,...

berlin: vladimir malakhov...

...hat sein neues Domizil im ehemaligen Malsaal und der Kaschierwerkstatt der Deutschen Oper Berlin bezogen. Es gibt ein «Foyer de la Danse» in der Anmutung der vergangenen Nutzung mit Bibliothek, Konferenzsaal und ­Räumen für Pianisten, Choreologen ­und Gastchoreografen sowie der Geschäftsstelle des Education-Pro­gramms «Tanz ist Klasse». Physiotherapie und Sauna...