dance crazy
Es ist schon seltsam: Sobald in einem Hollywood-Film eine Ballettszene auftaucht – und das passiert nicht erst seit den Tagen, als Rudolf Nurejew von der Schweineballerina Miss Piggy durch die «Muppet Show» geschleudert wurde oder Barbra Streisand (alias Fanny Brice) als Ugly Duckling «Funny Girl» (1968) an Drähten durch den «Schwanensee»-Studiohimmel flatterte –, dann sieht das furchtbar erdenschwer aus. Plötzlich ist kein verzaubertes Federvieh mehr unterwegs, sondern eine Bisonherde, die mit dicken Beinen über den Betonboden stampft.
Selbst reine Ballettfilme wie «The Turning Point» (1977) oder «Black Swan» (2010) tun sich schwer damit, die Tanzwirklichkeit einigermaßen glaubwürdig auf die Leinwand zu bringen.
Aber da die Kamera schwerelos scheint, weil sie zoomen, fahren, an Galgen aufsteigen und durchs Studio fliegen kann, sind die auf der Theaterbühne geltenden Gesetze von Raum und Zeit aufgehoben. Diese Künstlichkeit gibt dem Dance made in California erst den unverwechselbaren Touch und die eigenständige Note. Gar nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn die Studiobosse von Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) Gene Kelly erlaubt hätten, in der Highland-Romanze «Brigadoon» (1954) ...
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Tanz Februar 2013
Rubrik: traditionen, Seite 56
von Manuel Brug
Louise Lecavalier,
Sie haben Ihr neues Werk «So Blue» genannt – sind Sie bekennende Melancholikerin? Ich fühle mich weiß, schwarz, gelb, rot, aber… eigentlich – I feel so blue! Für mich ist die Seele blau, ihre Helligkeit und Tiefe. Sie verwandelt sich kontinuierlich, durchlebt Stadien zwischen Leben und Tod. Ich bin leicht und glücklich, dunkel und ängstlich,...
Das Phantom der Oper ist ein Tänzer. Ralf Rossa weist das in seiner Hallenser Inszenierung choreografisch überzeugend nach. Gleichzeitig setzt er erfolgreich jene Musical-Annexion fort, die Ralf Dörnen beim Ballett Vorpommern mit «Die Schöne und das Biest» begonnen hat.
Gaston Leroux´ 1909/10 publizierter Roman über das sagenumwobene Geschöpf gibt fürs Ballett...
Was die griechische Tanzkünstlerin Kat Válastur hier mit ihren drei Kombattanten anstellt, das nennt man ganz profan: Popping. Bei diesem Breakstil zuckt der Leib, als durchtanze er ein Strobolicht. Die Bewegungen sind abgehackt.
Die Meister solcher Street-Dance-Kunst verdienen sich Respekt durch absurde Isolationen: Ihre Gliedmaßen schleudern sich unabhängig...
