krabbler & kribbler

Die Zahl der Choreografen, die echte Pferde, Schlangen, Vögel auf die Bühnen holen, nimmt kontinuierlich zu. Es scheint, das Tier hat Zukunft. Warum denn?

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Was würden Tiere uns wohl sagen, wenn sie wüssten, welch schlechtes Image sie haben, ob in geflügelten Worten oder im Blick der Philosophen? Primitiv seien sie, auf Instinkte, Konsum und Überleben fixiert. Selbst der Philosoph Giorgio Agamben meint noch in seinem Essay «Das Offene. Der Mensch und das Tier» von 2003, der Mensch müsse erst das animalische Restrisiko in sich selbst überwinden, um der Menschheit anzugehören.

Auch er denkt also, Regression und unreflektiertere Gewalt im Alltag seien Anzeichen dafür, dass die Menschheit dauernd Gefahr laufe, in den Zustand des Tieres zurückzufallen. Fraglich zwar, ob Tiere wirklich regressiv und unreflektiert gewalttätig sind, aber wie will die Menschheit überleben, fragt Agamben, wenn wir als Zoon politikon, als tatsächlich politisches Tier, uns nur noch durch einen Körper mit einem entpolitisierten Geist begreifen? Dann näherten wir uns doch der hedonistischen Endlösung, der Selbstzerstörung. 

 

Nun kann man fragen: Ist der unpolitische Konsument wirklich auf dem Rückweg ins Reich des Animalischen? Keine andere Tierart als unsere hat es in der Hand, Zivilisationen zu vernichten, geschweige denn, die entsprechenden Pläne dazu zu ...

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Tanz Oktober 2010
Rubrik: ideen, Seite 64
von Thomas Hahn

Vergriffen
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