kortrijk: Dewey Dell: «Marzo»
Sie sind Sprösslinge des berühmten italienischen Regisseurs Romeo Castellucci: Agata, Teodora und ihr Bruder Demetrio Castellucci. Zusammen mit Eugenio Resta gründeten sie 2007 in ihrer Geburtsstadt Cesena die Tanzkompanie Dewey Dell: benannt nach der Tochter einer armen Familie in William Faulkners Provinz-Odyssee «Als ich im Sterben lag». Bei seinem Erscheinen 1930 war der Roman ein Markstein des literarischen Fortschritts. Nach Kräften bemühen sich die Geschwister, diesem Anspruch auch für ihre Tanzkompanie gerecht zu werden.
Wie Faulkner die Moderne in Yoknapatawpha County ansiedelte, ödem Land am Mississippi, verlegen die Castelluccis ihr beim «steirischen herbst» in Graz uraufgeführtes «Marzo» auf den Mars – und das Publikum sitzt weit entfernt davon auf der Erde. Auf der Bühne tanzen die Geschöpfe des japanischen Manga-Künstlers Yuichi Yokoyama durch eine unendlich ferne Ahnung von Handlung (Libretto: Kuro Tanino), die sich wiederzugeben für Erdbewohner verbietet.
Trotz japanischer Verstärkung der Kompanie denkt man sofort an Papa Castelluccis Stoffhasen in seiner «Tragedia Endogonidia» von 2003. Damals saßen die Plüschtier-Fremdlinge im Parkett und zwangen das Publikum, sich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz November 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Arnd Wesemann
newcomer_________
michaela deprince
erfüllt sich in jüngster Zeit Traum um Traum. Erst als Tänzerin im Doku-Film «First Position» (tanz 6/13), dann seit Beginn dieser Spielzeit als Mitglied der Juniorkompanie des Niederländischen Nationalballetts. «Mein ganzes Leben habe ich davon geträumt, in einer der klassischen Top-Kompanien der Welt zu tanzen. Es schien...
Wie in ihrem berühmten Krückenballett zu J. S. Bachs «Goldberg Variationen» spielt Marie Chouinard auch in ihrem neuen «Gymnopédies» mit Show und Wiederholung. Erik Saties gleichnamige Klavierkomposition von 1888, ein Trio melodiös-melancholischer Salonstücke, quillt bis heute allüberall aus Radio, Player, Film. Die kanadische Choreografin reitet sie nun zu Tode....
Im zurückliegenden August feierten Astronomen rund um den Globus eine Sensation: Am nördlichen Firmament wurde im Sternbild Delphin ein neuer Stern entdeckt. Exakt zur selben Zeit pries ein britischer Kritiker, der über das Londoner Gastspiel des Bolshoi-Ensembles berichtete, «einen leuchtenden neuen Star am Bolshoi-Himmel», eine in «strahlendem Glanz aufsteigende...
