Körper und Klang: Schuberts Winterreise

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Juliane Banse, Ihre «Winterreise» ist in jeder Hinsicht wagemutig. Sie singen Schuberts Liederzyklus nicht nur, den man sonst eher von Tenören hört, sie tanzen ihn auch. Wie geht beides zusammen? Besser, als ich zunächst gedacht habe. Sich gleichzeitig auf den stimmlichen Ausdruck und das Füllen der Bewegung zu konzentrieren, brauchte ein bisschen Zeit. Inzwischen fühlt sich beides sehr harmonisch an, fast normal.

Bis zu Ihrem 18. Lebensjahr sahen Sie sich eher als Tänzerin. Als «Vorprofi» traten Sie sogar in Aufführungen des Zürcher Balletts auf.

Wie kam es, dass das Tanzen so in Hintergrund treten konnte? Es gab eine Zeit, in der ich das Singen und Tanzen parallel betrieben habe. Irgendwann bot mir Brigitte Fassbaender einen Platz in ihrer Gesangsklasse an, und das nahm ich als Signal, das Singen ernster zu nehmen: eine Entscheidung, die seinerzeit schmerzhaft war, sich im Nachhinein aber als richtig erwies. Doch die große Liebe blieb, und deshalb war die Freude groß, als der Choreograf Andreas Heise mich wegen der «Winterreise» ansprach und mir so die lang ersehnte Chance bot, beides einmal miteinander zu vereinbaren.

Haben Sie bei der gemeinsamen Arbeit das Gefühl gehabt, dass ...

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Tanz November 2020
Rubrik: Side Step, Seite 15
von Interview: Hartmut Regitz

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