Köln online: Michaeldouglas Kollektiv «Through twin’s eyes»

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Eingesperrt, ruhiggestellt, den Blicken entzogen, keine Begegnung, keine Bewegung – Lagerkoller! Mit diesem Zustand dürfte spätestens seit dem wochenlangen Lockdown jeder Zuschauer Empathie haben. Da mussten wir alle durch, haben gemeinschaftlich gezürnt, geheult, geputzt, gemistet, gezoomt, geschlafen, gegessen, gegessen, gegessen ... Der Film «Through Twin’s Eyes» des MichaelDouglas Kollektivs liefert nun die amüsante Künstler-Version des ganz normalen Shutdown-Irrsinns.

 

Eigentlich wollte die Kölner Gruppe eine weitere Folge ihres Formats «One Week Stand» realisieren. Also das Experiment, in nur einer Woche «Schnellschuss-Kunst» zu realisieren und dabei auf die instinktive Kreativität, die körperlichen Impulse der erfahrenen Tänzer zu vertrauen. Dafür hat die Gruppe in der Vergangenheit schon Choreografen wie Prue Lang, Fabrice Mazliah, Martin Sonderkamp, Angela Schubot und Jared Gradinger engagiert. Doch dann kam die Seuche.

 

Also kein gemeinsames Proben, kein Bühnenstück. Stattdessen: klaustrophobisches Corona-Cocooning. «Homedancing» mit einer Kamera als engstem Vertrauten. Performerin Sabina Perry robbt in rosafarbener Satin-Jogginghose und Schlabbershirt mit ...

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Tanz Juli 2020
Rubrik: Kritik, Seite 33
von Nicole Strecker

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