Kirill Serebrennikov

In letzter Minute kippte das Bolschoi seine «Nurejew»-Inszenierung vom Spielplan, er selbst steht unter Betrugsverdacht und Hausarrest. Was steckt hinter dem Skandal um den Regisseur, der international für Schlagzeilen sorgt?

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Kirill Serebrennikov ist ein Vorzeige-Regisseur der Perestroika-Ära, die mit Michail Gorbatschow noch zu Sowjetzeiten begann, aber längst Geschichte ist. Geht es nach dem Willen seiner Gegner, könnte das bald auch für die Karriere des in Bedrängnis geratenen Künstlers gelten, der zur Jahrtausendwende wie eine Supernova am Regiehimmel auftauchte. Die ersten Theaterschritte unternahm der studierte Physiker in seiner Geburtsstadt Rostow am Don, wo er 1969 das Licht der Welt erblickte.

Mit Klassikerinszenierungen machte er sich einen Namen, ehe er 2001 mit «Plastilin» von Wassilij Sigarew einen Riesenerfolg in Moskau landete: Der Regisseur wurde über Nacht berühmt, seine Arbeit zum Ereignis des Jahres.

Der talentierte Serebrennikov nahm von Anfang an Themen ins Visier, die bis dato auf der russischen Bühne wenig bis gar nicht vorgekommen waren. Er setzte auf ein offenes Publikum, aktuelle und kontroverse Stoffe. Mit Inszenierungen von Mark Ravenhills «Some Explicit Polaroids» oder Michail Bulgakows «Sojas Wohnung» machte er Sensation und provozierte diejenigen seiner Landsleute, die mit dem Stichwort Avantgarde eher Ärger als interessante Erneuerung verbinden. Jetzt zahlt der Regisseur ...

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Tanz Oktober 2017
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Leila Guchmazova

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