Kermit Love
Kermit Love ist Ende Juni mit 91 Jahren in Poughkeepsie, N. Y. gestorben. Er hieß wirklich so, sah aus wie der Weihnachtsmann – und hat zeitlebens jede verwandtschaftliche Beziehung zu seinem grünen Namensvetter geleugnet. Obwohl er durchaus in dessen Dunstkreis gewirkt hat. Zusammen mit Muppet-Vater Jim Henson nämlich erfand Love die sanften Riesen Big Bird und Mr. Snuffleupagus, gab wertvollen Input für Grobi und Krümelmonster und sprang in 22 ausländischen Versionen der «Sesamstraße» beratend bei. Mehr als nur Kostümbildner, schenkte er den Figuren Persönlichkeit.
Er liebte sie ja auch wie seine Kinder. Davor hat er übrigens mit viel ernsthafteren Gestalten an gar nicht unähnlichem Zauber gearbeitet: mit Agnes de Mille, Robert Joffrey, Jerome Robbins, Twyla Tharp und allein über vierzig Jahre mit George Balanchine. Wann immer in dessen Balletten lebensgroße Eulen, Frösche und Libellen und überlebensgroße Marionetten mittanzen durften, kamen sie aus der Werkstatt des Kermit Love. Seine Nussknacker konnte er schon nicht mehr zählen. Hoffentlich gibt’s da oben Puppentheater!
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