Kaydanovskyi, Haagenrud, Volpi «TRUE CRIME»
Das literarische Genre True Crime ist höchst populär und auf allen medialen Kanälen verfügbar. Demis Volpi, scheidender Chef des Ballett am Rhein, hält die Gattung, die reales Leid als Unterhaltungsstoff verkauft, für sehr fragwürdig. Für seinen neuen Abend «True Crime», der das Phänomen kritisch beleuchtet, fand er zwei Gleichgesinnte: Andrey Kaydanovskiy und die in Deutschland noch wenig bekannte Norwegerin Hege Haagenrud. Sie bereichern das Programm aus drei Uraufführungen mit ihren eigenwilligen Bewegungssprachen.
Allerdings ist der Abend so ambitioniert, dass er vor lauter Gedankenschwere jede Menge Rätsel hinterlässt.
Es beginnt wie im klassischen Krimi. Ein Kreideumriss am Boden, Halbdunkel – ein Tatort. Ein Quartett in stylischen Ganzkörperanzügen erscheint und untersucht den surrealen Raum, der erst einen Meter über dem Boden beginnt. Kaydanovskiy lässt in «Chalk» seine Spurensicherung allerlei Tathergänge durchspielen. Grandios ist sein tanztheatraler Duktus: Die Tänzer*innen bewegen sich so schräg und rasant wie Comicfiguren. Ein Coup! Der Russe spielt auf die Subjektivität von Wahrheit an. Wenn schließlich ein Mensch vor einer Reihe von Richtern in Robe und mit weißer ...
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Tanz April 2024
Rubrik: Kalender, Seite 35
von Bettina Trouwborst
Als Tänzer war Laurent Hilaire, Direktor des Bayerischen Staatsballetts, die Eleganz selbst: Hoch gewachsen, ausdrucksvoll, sprunggewaltig und dabei für feinzart lyrische Partien ebenso prädestiniert wie für Draufgänger, klassische Helden oder postmodernes Forsythe-Fortissimo. Die erste von ihm selbst geplante Spielzeit in München hat er mit einem Ballett bestückt,...
Impressum
tanz. Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
Herausgeber Der Theaterverlag – Friedrich Berlin GmbH
Redaktion Sofie Goblirsch, Falk Schreiber, Marc Staudacher, Dorion Weickmann (Leitung) Tel. +49-30-254495-20, Fax -12 redaktion@tanz-zeitschrift.de www.tanz-zeitschrift.de
Bildredaktion Marina Dafova, Sofie Goblirsch
Art direction Marina Dafova
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«Solitude», Alexei Ratmanskys jüngste Premiere am New York City Ballet, ist eine anrührende, innovative und dezente Schilderung von gemeinschaftlicher Trauer, gewidmet «den Kindern der Ukraine, den Kriegsopfern». Doch die Story handelt eher von Eltern, die ihre Kinder verloren haben – und von der Hoffung, die mit der Trauer einhergeht. Das Stück verwandelt...
